Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.03.2012

06:57 Uhr

Presseschau

Wie explosiv ist expandiv?

VonDaniel Lenz

Vor dem heutigen Treffen der wichtigsten Zentralbanker der Welt diskutieren die Medien Wohl und Wehe der umstrittenen Strategie des „Quantitative Easing“. Bedroht die „Zentralbankgeld-Wirtschaft“ die Realwirtschaft? Die Presseschau.

Die Zentrale der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt. dpa

Die Zentrale der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt.

An diesem Freitag treffen sich die wichtigsten Zentralbanker der Welt wie Mario Draghi (re.) und Ben Bernanke (li.) in Washington, um über die Auswirkung ihrer lockeren Geldpolitik zu sprechen. Zentrale Frage: Ist die – umstrittene – Strategie des „Quantitative Easing“ weiterhin eine gute Waffe im Arsenal der Zentralbanken? (Wall Street Journal D)

Eine verkehrte Welt beobachtet die britische Financial Times. Während in den vergangenen Jahren die US-Notenbank viel Geld ins Wirtschaftssystem gepumpt habe, während die EZB unter Jean-Claude Trichet zurückhaltend gewesen sei, hätten sich die Rollen inzwischen verkehrt. Mario Draghi habe mit seinen Interventionen Europas Probleme entschärft, nach dem Motto: „Wer kümmert sich um Verhandlungen über einen Rettungsfonds, wenn die Zentralbank einen drucken kann?“ Die Federal Reserve scheine sich dagegen von ihrer Politik der Stimuli zu verabschieden.

Jürgen Stark, Ex- Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank, geht mit der expansiven Geldpolitik der europäischen Notenbank scharf ins Gericht. Es sei nicht möglich, die im Dezember und Februar über zwei Dreijahresgeschäfte in den Bankensektor gepumpte Liquidität von mehr als einer Billion Euro rasch zu absorbieren, sofern dies aufgrund anziehender Preissteigerungsraten notwendig werde, warnte Stark im Interview mit dem Handelsblatt.

Auch die Börsen-Zeitung zeigt sich besorgt, dass die aktuelle „Zentralbankgeld-Wirtschaft“ (Zitat von Deutsche-Bank-Chefvolkswirt Thomas Mayer) vor allem angesichts der von der EZB induzierten Dauerniedrigstzinsen negative Auswirkungen auf die produzierende Wirtschaft, darunter den deutschen Mittelstand, haben könnte. Die Flut an billiger Liquidität könnten zu Verzerrungen und höherer Volatilität der Realwirtschaft führen. „Stabilitätsorientierte Notenbanker sollte auch das beunruhigen“, lautet das Fazit der Börsen-Zeitung.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

KFR

25.03.2012, 09:30 Uhr

Klar,es kommt nur noch darauf an aus virtuellen Traumwelten den grössten Profit zu schlagen ! vielleicht als Religions-Gemeinschaft anmelden, da sind nochmal Steuer-Vorteile drin ?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×