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26.04.2011

07:28 Uhr

Presseschau

Wie geht es weiter mit dem Goldpreis?

VonMaxim Kireev

Die internationale Presse fragt sich, ob die Goldblase bald platzen wird und welchen Einfluss die US-Notenbank darauf hat. Weitere Themen: Österreichs China liegt vor der Haustüre und Mädchennamen machen intelligenter.

Goldbarren liegen in einem Tresor. Quelle: dpa

Goldbarren liegen in einem Tresor.

DüsseldorfDie Financial Times Deutschland führt die explodierenden Goldpreise auf die lockere Geldpolitik der US-amerikanischen Zentralbank zurück. Während eine Feinunze Gold im Jahr 1999 bei knapp über 250 Dollar notiert habe, so müsse nun mehr als 1500 Dollar gezahlt werden. Gleichzeitig rentierten sich zehnjährige US-Staatsanleihen nur mit 3,4 Prozent. „Die Goldliebhaber scheinen der Auffassung zu sein, dass die US-Notenbank bei jeder Schwäche der Wirtschaft nur noch mehr Geld in den Umlauf bringen wird, womit die Inflation nur eine Frage der Zeit wäre“, analysiert das Blatt. Die Anleihekäufer glaubten hingegen, die Wirtschaft bleibe schwach, egal wie viel Geld die Fed hineinpumpe. Die Aktienanleger schwelgten dagegen im Glück, bemerkten jedoch nicht, dass die Hausse der vergangenen zwei Jahre in Goldpreisen gerechnet gar nicht stattgefunden habe. Als Grund für diese widersprüchlichen Entwicklungen sieht die FTD die zweite Runde der finanzpolitischen Lockerung der Fed, die US-Staatsanleihen aufkaufe. Es stelle sich jedoch die Frage, wer einspringen werde, wenn diese Runde Ende des Sommers auslaufe. „Ohne die Hilfen der Fed dürfte es schwierig werden, zehnjährige Renten für 3,4 Prozent in den Markt zu drücken“, glaubt das Blatt und sieht die Notenbank Gewehr bei Fuß stehen, um „ein Paar zusätzliche Dollars ins System zu pumpen“. Man könne den Goldanlegern nicht verübeln, dass sie glaubten, davon am meisten zu profitieren.

Das US-Magazin Forbes warnt dagegen vor einer Blase auf dem Goldmarkt. Es sei demnach ein Fehler, davon auszugehen, Goldanlagen seien eine Absicherung gegen Inflation. Der Goldpreis werde seit 2000 zunehmend von „institutionellen Spekulanten“ getrieben, die sich das Geld dazu zu fast null Prozent entliehen. „Solange die Leitzinsen niedrig sind, sind auch die Kosten der Wetten auf Gold niedrig. Somit fließt Geld in diesen Markt“, erklärt das Magazin. Bei steigenden Zinsen würden die Spekulanten ihr Geld hingegen aus dem Markt abziehen, und der Goldpreis würde sinken. Hohe Zinsen würden oft mit hoher Inflation assoziiert. Es sei beinahe sicher, dass die Fed auf steigende Inflation mit steigenden Leitzinsen reagieren werde. Statistiken zeigten, dass der Goldpreis seit 2000 gestiegen, während die Inflation gesunken sei. Wäre Gold ein „Inflationsschutz“, müsste der Goldpreis mit sinkender Inflation fallen und mit steigender Inflation ansteigen.

Die International Business Times sieht noch keine Gründe für eine Veränderung des aufsteigenden Trends beim Gold- und Silberpreis. Viele glaubten, dass die Runde der quantitative Lockerung der Fed, während der die Notenbank US-Anleihen für 600 Milliarden Dollar erworben habe, im Juni zu Ende gehe. Weil noch immer nicht klar sei, ob nun der Aufschwung oder eine zweite Rezession komme, werde bereits über eine dritte Auflage der quantitativen Lockerung spekuliert. Ben Bernanke, der am Mittwoch vor die Presse treten werde, werde jedoch einen Weg finden, um das bisherige Programm um weitere 250 bis 300 Milliarden Dollar auszudehnen. Faktisch bedeute dies, dass sich nichts verändern werde. „Das bedeutet, dass die Inflation steigt, die Aktienblase wächst und die Schuldenblase noch fragiler wird“, meint das Blatt. Gold und Silber würden ihren Trend jedoch beibehalten. Es seien bereits Meldungen durchgesickert, China plane aus dem Dollar auszusteigen und wolle mehr Edelmetall in seinen Währungsreserven.

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