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29.02.2012

07:39 Uhr

Presseschau

Zurück an den Verhandlungstisch

VonDaniel Lenz

Im Tarifstreik am Frankfurter Flughafen müssten die Parteien einen Kompromiss erzielen, fordern die Medien. Der Gesetzgeber solle klären, was im Arbeitskampf verhältnismäßig ist - und was nicht.

Weiter Flugausfälle in Frankfurt

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Das Frankfurter Arbeitsgericht hat den für den heutigen Mittwoch geplanten gemeinsamen Streik von Vorfeld-Mitarbeitern und Fluglotsen am Frankfurter Flughafen verboten.

Der angekündigte Solidarstreik wäre unverhältnismäßig gewesen, schreibt die Financial Times Deutschland. Ein Ausstand der Fluglotsen hätte den deutschen und europäischen Flugverkehr beeinträchtigen können. Zwar gehörten Schäden für bestreikte Unternehmen und auch Dritte zum Wesen des Arbeitskampfs. „Aber Tausende Flugreisende wegen der Forderungen einiger weniger Vorfeldmitarbeiter zu treffen, wäre völlig überzogen.“

Die Frankfurter Rundschau geht davon aus, dass es in der aktuell aufgeheizten Atmosphäre für beide Seiten immer schwieriger werde, einen rationalen Kompromiss zu finden. Die Mini-Gewerkschaft spüre gerade ihre Macht, weil sie es sogar auf die Titelseiten der Zeitungen schaffe. Fraport dagegen könne andererseits kaum nachgeben, weil ansonsten auch die anderen Beschäftigten des Flughafens mehr Lohn fordern würden. Angesichts der Gefahr, dass die „Bergsteiger“, die am selben Seil zerrten, am Ende gemeinsam abstürzen, müssten beide Parteien sofort wieder verhandeln und unter allen Umständen einen Kompromiss eingehen, auch wenn er schmerze.

Die Westdeutsche Allgemeine Zeitung sieht das Problem bei der Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts aus dem Jahr 2010, mit der die Tarifeinheit – ein Betrieb, ein Tarifvertrag - gekippt wurde. Folge: Splittergewerkschaften boxten ohne Rücksicht auf Verluste und Kollegen anderer Betriebsbereiche ihre Interessen durch. Dies sei zwar egoistisch und unsolidarisch, aber legitim. „Ändern kann das nur die Regierung, indem sie die Gesetze ändert. Das ist kompliziert, aber möglich und nötig.“

Die Südwest Presse erklärt, die „grenzwertigen“ Tarifkonflikte der Vergangenheit, darunter bei den Lokführern, hätten Deutschland zwar nicht ins Chaos gestürzt. Dennoch seien sie ein „Fingerzeig auf eine weitere Zersplitterung der Tariflandschaft“. Dort müssten jetzt ein paar Pflöcke eingerammt werden, damit die „Verhältnismäßigkeit der Mittel“ klarer werde.

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