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31.07.2000

16:09 Uhr

Reuters FRANKFURT. Sehr zufrieden haben sich deutsche Einzelhändler am Montag zum Auftakt des diesjährigen Sommerschlussverkaufs (SSV) geäußert. "Es war ein toller, hoffnungsvoller Start nach den enttäuschenden vergangenen Wochen", sagte Michael Scheibe von der Karstadt-Zentrale in Essen. "Die Leute wussten, dass der Einzelhandel im Bereich Textilien wetterbedingt auf seinen Sachen sitzen geblieben ist - heute Morgen hatten wir dann alle Häuser voll", sagte Scheibe weiter. Bereits vor Ladenöffnung um acht Uhr morgens hätten sich Menschentrauben vor vielen Karstadt-Filialen gebildet. Tumulte habe es jedoch keine gegeben. "Die Zeit der Wühltische ist vorbei", sagte Scheibe. Der Andrang hätte sich im Haus verteilt.

Die Kunden seien nicht mehr nur auf Schnäppchen aus, sondern vermehrt auch auf Qualitität, sagte der Karstadt-Sprecher. Besonders gefragt waren Einzelhändlern zufolge Oberbekleidung und Heimtextilien. Verkaufsschlager waren dem Hauptverband des Deutschen Einzelhandels in Berlin zufolge besonders Kleider, Blusen, T-Shirts, Sportschuhe, Bettwäsche und Handtücher.

"Vor allem Halbarm-Ware, also kurze T-Shirts, Hemden, Blusen oder Bermudas laufen sehr gut", sagte Thorsten Rolfes, Unternehmenssprecher der C&A-Zentrale in Düsseldorf. "Und die Sachen wollen und müssen wir auch verkaufen - denn die Herbstware steht bereits vor der Tür", sagte Rolfes weiter. Derzeit gebe es bereits Preisnachlässe um bis zu 70 %. Doch bis spätestens Ende August seien weitere Preissenkungen zu erwarten - denn bis dahin müssten alle Lager vollkommen leer sein. "Wir gehen soweit runter, bis die letzten Sachen weg sind", sagte Rolfes. Preislich "scharfe" Angebote, wie Hemden und T-Shirts unter zehn Mark seien jedoch bereits jetzt schon ausverkauft. Sehr gesucht seien auch Sommerkleider und Röcke unter zwanzig Mark.

Auch Karstadt will die Preise in den kommenden 14 Tagen nochmals purzeln lassen. "Wir müssen auch für die zweite Woche Anreize schaffen", sagte Karstadt-Sprecher Scheibe. Auch der zum Metro-Konzern gehörenden Kaufhof will ebenfalls die Preisschraube weiter lockern, um Platz zu schaffen für die Herbst- und Winterware. "Bisher ist der Sommerschlussverkauf sehr gut angenommen worden - die Kundenfrequenz war sehr hoch", sagte eine Sprecherin der Kaufhof-Zentrale in Köln. "Jetzt schon liegen wir über dem Vorjahresniveau und sind zuversichtlich, dass der Andrang noch zunehmen wird", sagte sie weiter. Vor allem Bademode und Sportbekleidung läuft ihrer Beobachtung nach angesichts der anbrechenden Urlaubszeit sehr gut.

Zum positiven Start des diesjährigen Sommerschlussverkaufs hat Einzelhändlern zufolge auch das vergleichsweise gute Wetter am Montag beigetragen. Trocken und nicht zu heiß sei es ideal zum Einkaufen. Statt im Schwimmbad zu verweilen, würde es viele in die Stadt ziehen. "Das sonnigere Wetter am Montag scheint die Leute im Sommerschlussverkauf zu inspirieren", sagte Karstadt-Sprecher Scheibe. Viele Kunden richteten ihr Interesse dabei jedoch nicht nur auf Sommerbekleidung, wie Einzelhändler beobachteten. Rege Nachfrage herrschte am ersten Tag des Sommerschlussverkaufs auch nach Übergangsware - etwa herbstlichen Pullovern.

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