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12.02.2002

12:43 Uhr

rtr FRANKFURT. "Wir stehen in Verhandlungen und gehen davon aus, dass es zu einer Entscheidung im ersten Halbjahr kommt", sagte eine Merck-Sprecherin am Dienstag und bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Financial Times Deutschland". Im Januar hatte es bei Merck noch geheißen, die Verhandlungen über den Verkauf der Vitamin-Geschäfte zögen sich hin. Eigentlich wollte der Konzern diese schon im vergangenen Jahr zum Abschluss bringen.

Im Jahr 2000 hatte Merck bereits das Anlagevermögen zur Produktion von Vitamin C abgeschrieben und dafür im Gesamtjahr laut Geschäftsbericht 21,4 Mill. ? Sonderabschreibungen verbucht. Konzernchef Bernhard Scheuble hatte den geplanten Verkauf damit begründet, dass das Massengeschäft, welches erst bei großen Mengen rentabel ist, nicht mehr zu Merck passe. Die Darmstädter setzten mit den Vitaminen zuletzt etwa 30 Mill. ? im Jahr um.

Mit wem über einen Verkauf verhandelt wird, hat Merck bislang nicht preisgegeben. Branchenkreise gehen aber davon aus, dass es sich hierbei um den BASF-Konzern handelt. Dieser ist nach dem Kauf der Vitamin-Sparte von der japanischen Takeda Industries vor zwei Jahren inzwischen hinter der schweizerischen Roche die Nummer zwei in dem Geschäft. Merck betreibt zudem mit BASF ein Gemeinschaftsunternehmen in Krefeld, welches ein Vitamin-C-Vorprodukt (Ketogulonsäure) herstellt. BASF wollte zu möglichen Kaufverhandlungen mit Merck keine Stellungnahme abgeben. Ein Sprecher von Europas größtem Chemiekonzern sagte lediglich, beide Seiten sprächen weiterhin über ihr Gemeinschaftsunternehmen für Vitamin-C-Vorprodukte.

Nach dem Zusammengehen von Takeda und BASF hatten Analysten nur noch geringe Marktchancen für das mengenabhängige Vitamingeschäft kleinerer Anbieter wie Merck gesehen. Die starke Konkurrenz durch Niedrigpreisanbieter aus China sorgt zusätzlich für schwierige Marktbedingungen. Die Analysten der Münchener Privatbank Merck Finck & Co wiesen darauf hin, dass BASF gegenwärtig im Vitamin-C-Markt die Kostenführerschaft anstrebe. Ein Kaufpreis für diese Aktivitäten von Merck würde nach Einschätzung des Bankhauses in etwa auf dem Umsatzniveau liegen, da das Geschäft der Darmstädter nicht sehr profitabel sei. "Für BASF würde diese Transaktion nur geringe Auswirkungen haben", hieß es in einer Mitteilung der Bank.

Die im Mdax notierten Merck-Aktien gewannen im Handelsverlauf gegen einen schwächeren Markttrend gut ein Prozent auf rund 36 ?. Die im Dax notierten BASF-Aktien büßten hingegen knapp ein Prozent auf 43,37 ? ein.

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