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30.01.2003

14:45 Uhr

Messe AG erwartet weniger Aussteller

Schwache Konjunktur stiehlt Cebit die Schau

Schwache Konjunktur und Nah-Ost-Krise werden auf der weltgrößten Computer- und Telekommunikations-Schau Cebit im März in Hannover tiefe Spuren hinterlassen.

HB/dpa HANNOVER. "Wir erwarten mehr als 600 000 Besucher. Aber ob die auch kommen, lässt sich zum Beispiel wegen der Irak-Krise überhaupt noch nicht vorhersagen", sagte der für die Cebit zuständige Vorstand der Deutschen Messe AG, Ernst Raue, der Deutschen Presse-Agentur. 2002 hatte es mit 674 000 Gästen erstmals seit sechs Jahren deutlich geringere Besucherzahlen gegeben.

Raue geht außerdem von rund 6500 Ausstellern aus, das wären rund 1400 weniger als im Vorjahr. Der Messe-Manager verwies darauf, dass Fachmessen mit einem Besucher pro Quadratmeter als effektiv gelten. "Bei der Cebit haben wir immer zwei Besucher pro Quadratmeter gehabt, also doppelt so viele wie normal. Das war in den Boomzeiten, die sind jetzt vorbei", sagte Raue. Die Messe werde sich aber beispielsweise Richtung Unterhaltungselektronik noch ausdehnen.

"Wir arbeiten zusammen mit den Ausstellern an diesem Thema und haben die Spielekonsolen inzwischen zugelassen, weil das den Handel stark interessiert", sagte Raue. Der wolle "One-Stop-Shopping" und an einem Platz Laptop, Handy und Konsole kaufen können. "Dennoch darf die Cebit nicht zu weit in Richtung Consumer-Schau abdriften, sondern muss eine B2B-Messe bleiben", sagte Raue. "Wir wollen keine Daddelhalle mit Tausenden von Schülern haben."

Raue unterstrich Pläne, die Cebit an ausländischen Standorten fest zu etablieren. "Wir hatten im vergangenen Jahr bei den sechs Cebits im Ausland 2042 Aussteller auf 44 400 Quadratmetern Fläche und insgesamt knapp 278 000 Besucher." Im Sommer wage das Unternehmen erstmals den Sprung nach New York und damit in die USA. "Die Amerikaner waren immer in großer Zahl unter den Ausstellern vertreten, aber auf der Besucherseite waren es jeweils nur rund 10 000." Der Markt sei deutlich größer. "Wir sprechen hier schließlich vom Mutterland des Computers."

Die Cebit habe in den USA zwar Wettbewerber, aber denen gehe es zur Zeit sehr schlecht, sagte Raue. "Wir können jetzt die Schwäche des Wettbewerbs nutzen um einzusteigen." Nach Einschätzung Raues entspreche eine Messe wie die Comdex nicht mehr den Wünschen der Aussteller. "Es geht darum, an der richtigen Stelle die richtigen Leute zusammen zu bringen, also einen Marktplatz zu generieren, und nicht mehr darum, jemanden an den Stand zu stellen und zu warten, dass auch jemand kommt."

Als Vorteil strich Raue außerdem heraus, dass die Cebit zentral gesteuert und nicht als Franchise vergeben werde. "Damit steht alles Wissen, das wir hier in Hannover machen, aber auch im Ausland gewinnen, sofort allen anderen Cebit-Standorten zur Verfügung." Alle Erfahrungen würden sofort umgesetzt.

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