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09.01.2003

20:38 Uhr

Metro-Aktie gehört zu den Verlierern

US-Börsen geben Dax Rückenwind

Der deutsche Aktienmarkt hat am Donnerstagnachmittag imSog der US-Börsen ins Plus gedreht und schließlich fest geschlossen. Der Dax gewann 1,5 Prozent bzw 45 auf 3.038 Punkte. Die erneut gestiegene Zahl der Arbeitslosen in Deutschland habe die Stimmung zunächst weiter getrübt, berichtete ein Marktteilnehmer. Sowohl die überraschend guten US-Arbeitsmarktdaten sowie die erwartungsgemäß ausgefallenen Lagerbestände im US-Großhandel im November am Nachmittag seien dann für die Verbesserung der Stimmung verantwortlich gewesen. Vor allem aber beruhigten die Berichte der UN-Waffeninspektoren, die offenbar bislang keine Beweise für Massenvernichtungswaffen im Irak gefunden haben.

vwd FRANKFURT. Die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), die Zinsen unverändert zu lassen, sei erwartet worden und habe nicht für Bewegung gesorgt, hieß es weiter. Durch die Aussagen der EZB, dass man sich in einer "Wait and see"-Position befinde, seien aber die Hoffnungen auf eine weitere schnelle Zinssenkung gedämpft worden. Interessant sei, dass der Notenbankchef den Anstieg des Euro-Wechselkurses einer Verschärfung der Geldpolitik gleichgesetzt habe, allerdings die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Unternehmen nicht gefährdet sehe. Der Markt rechne weiterhin mit einer Zinssenkung gegen Ende des ersten Quartals.

Trotz der Wende am Nachmittag zählten Metro zu den größten Verlierern. Nach den enttäuschenden Umsatzzahlen gaben die Aktien 2,8 Prozent auf 22,15 Euro ab. Eine Analystin prophezeite den Anlegern weitere Enttäuschungen, da Metro vermutlich das Ziel, den Gewinn je Aktie 2002 um zehn Prozent zu steigern, nicht erreichen werde. Auch 2003 werde ein schweres Jahr für den Einzelhandel. Die Konsumneigung der Verbraucher dürfte weiter zurückgehen. Auch adidas-Salomon verloren wegen der Bedenken über die Kaufzurückhaltung der Deutschen zwei Prozent auf 78,52 Euro.

SAP gehörten mit einem Plus von 5,7 Prozent auf 90,83 Euro hingegen zu den größten Gewinnern. Das Walldorfer Unternehmen hatte am Morgen Zahlen vorgelegt, die von Händlern und Analysten als sehr positiv bewertet wurden. Lehman Brothers hob das Kursziel für die Titel auf 100 von 90 Euro an und stufte zudem den europäischen Softwaresektor auf "Neutral" von "Negativ" hoch.

Die SAP-Aussagen verbesserten die Stimmung für den gesamten Technologiesektor. Infineon legten kontinuierlich zu und gingen mit einem Plus von 4,4 Prozent auf 7,88 Euro aus dem Handel; Siemens rückten um 1,9 Prozent auf 42,56 Euro vor.

Auch Fresenius Medical Care tendierten sehr fest. Fundamentale Gründe für den Anstieg sahen Händler nicht. Möglicherweise sei die Konsolidierung nach dem Anstieg Ende November beendet, und es gehe nun aus technischen Gründen aufwärts. Zudem hätten sich die Analysten von Morgan Stanley positiv zur Mutter Fresenius AG geäußert, so ein Marktteilnehmer. Der nächste Widerstand für den FMC-Kurs liege beim Hoch vom Dezember und damit bei 46,40 Euro. Die Aktie sei seit Jahresbeginn sehr volatil. Wichtig für eine positive Entwicklung sei, dass FMC über der Marke von 40 Euro geschlossen hätten - nämlich mit mit einem Plus von 7,2 Prozent bei 40,96 Euro.

Daimler-Chrysler schafften es am Nachmittag wieder ins Plus. Die Aktien hatten zeitweise bis auf 28,21 Euro nachgeben und sich damit ihrem Zehn-Jahres-Tief bei 27,50 Euro genähert. Die Aussagen von General Motors vom Nachmittag zu den Problemen der Pensionskasse hätten den europäischen Automobilsektor kaum beeinflusst, sagte ein Händler. BMW gewannen 0,4 Prozent auf 28,51 Euro, VW 0,4 Prozent auf 35,61 Euro. VW hatten wie Daimler-Chrysler zuvor zeitweise deutlich verloren.

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