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26.01.2001

11:06 Uhr

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Microsoft-Website nach Hacker-Attacke erneut lahm gelegt

Der US-Softwarekonzern Microsoft hat Hacker für den erneuten Ausfall mehrerer Websites am Donnerstag verantwortlich gemacht. Verschiedene Rechner, die Internet-Nutzer auf die Websites weiterleiten, seien von Hackern mit Anfragen überschüttet und damit lahm gelegt worden, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Seattle mit.

Reuters SEATTLE. Durch diese so genannten "Denial-of-Service"-Angriffe (DoS) hätten Surfer die betroffenen Sites nur verzögert oder gar nicht mehr erreichen können. Die Sites seien nun wieder zugänglich. Der Ausfall vom Donnerstag war bereits die zweite Website-Störung bei Microsoft innerhalb einer Woche. Beide Vorfälle hätte jedoch nichts miteinander zu tun, hieß es.

Nach Angaben des Software-Herstellers ist die Zugangsstörung am Dienstag und Mittwoch nicht durch einen Hacker-Angriff, sondern durch einen Fehler eines Microsoft-Technikers verursacht worden. Von dem Ausfall am Donnerstag waren unter anderem die Websites http://www.msn.com, der kostenlose Email-Service Hotmail, die Autohandel-Site Carpoint, der Reise-Service Expedia und die Nachrichten-Site MSNBC.com betroffen. "Es ist bedauerlich, dass ein Einzelner oder eine Gruppe von Menschen solche illegalen Aktivitäten durchführen", hieß es in der Mitteilung des Konzerns. Die US-Bundespolizei FBI sei bereits eingeschaltet worden.

"Wir entschuldigen uns für jede Unannehmlichkeit, die dadurch Kunden verursacht wurde", hieß es weiter. Das Unternehmen werde verstärkt daran arbeiten, die Kunden künftig besser zu schützen. Weitere Details über den Angriff könnten wegen den laufenden Ermittlungen nicht bekannt gegeben werden, sagte ein Firmensprecher. Nach Einschätzung von Internet-Experten stehen dem Konzern weitere Hacker-Angriffe bevor. "Ich kann fast garantieren, dass dies wieder passieren wird", sagte Amit Yoran von dem Informations-Sicherheits Riptech Inc. -Unternehmen Um beurteilen zu können, wie es zu einer solchen schwerwiegenden Attacke gekommen sei, benötige er jedoch mehr Informationen.

Gleichgültig ob die Website-Störung am Donnerstag durch Unachtsamkeit der Sicherheitsabteilung ermöglicht wurde oder aber ein besonders geschickter Computer-Hacker am Werk war, die Reihe peinlicher Vorfälle bei dem Software-Giganten scheint nicht abreißen zu wollen. Bereits im Oktober waren Hacker bei Microsoft eingedrungen. Die Hacker hatten damals auch Quellcodes, die von Software-Herstellern streng gehüteten Grundlagen der fertigen Computer-Programme, einsehen können. Die technischen Probleme am Dienstag und Mittwoch dieser Woche waren zudem der größte Website-Ausfall seit Wochen. Zu Beginn des Monats war die Auktions-Website eBay wegen technischer Störungen elf Stunden lang lahm gelegt. Der E-Commerce-Riese eBay war wie auch der Online-Anbieter Amazon.com und das Portal Yahoo! im vergangenen Jahr ebenfalls Opfer von DoS-Angriffen geworden.

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