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25.01.2002

12:30 Uhr

Milliarden-Minus in Handysparte

Ericsson erwartet nach Jahresverlust wieder Gewinn

Der schwedische Mobilfunkausrüster Ericsson hat zum ersten Mal ein Geschäftsjahr mit Verlust abgeschlossen, will aber in diesem Jahr trotz der Marktschwäche wieder Gewinne schreiben.

Reuters STOCKHOLM. Der Marktführer bei Mobilfunkanlagen nannte am Freitag in Stockholm einen Vorsteuerverlust für das vergangene Jahr in Höhe von 21,1 Mrd. Kronen (2,3 Mrd. Euro) sowie einen fünfprozentigen Umsatzrückgang. Ericsson begründete dies mit der geringeren Investitionsbereitschaft der Netzbetreiber angesichts der konjunkturellen Schwäche. Auch die Ericsson-Konkurrenten Nokia und Motorola hatten bei ihren Ergebnissen unter den geringeren Ausgaben für Handys und Mobilfunkanlagen durch die klammen Netzbetreiber gelitten.

Ericsson will aber nach der massiven Restrukturierung - unter anderem auch durch weit reichenden Beteiligungsverkäufe - im laufenden Jahr eine operative Umsatzrendite von fünf Prozent verdienen. Diese Rendite soll auch dann erreicht werden, wenn der Umsatz im Gleichschritt mit dem Gesamtmarkt um bis zu einem Zehntel geringer ausfallen könnte. "Auch wenn der Markt Anfang diesen Jahres besonders herausfordernd ist, bleiben wir bei unserem Ziel der operativen Rendite von fünf Prozent im Gesamtjahr", sagte Ericsson-Chef Kurt Hellstrom. "Ich denke, wir haben eine Menge getan, was eine gute Zukunft verheißt. Und dann wird man auch ein bisschen optimistischer", sagte er in einem Radio-Interview. Vor sechs Monaten sei der Ausblick noch pechschwarz gewesen, fügte er hinzu.

Für das vierte Quartal hatte Ericsson einen Verlust vor Steuern in Höhe von 5,1 Mrd. (552 Mill. Euro) schwedischen Kronen ausgewiesen nach 5,8 Mrd. skr im dritten Quartal. Abzüglich einer Rückstellung für Risiken in Lateinamerika in Höhe von 1,7 Mrd. skr lag der Verlust mit 3,4 Mrd. skr unter den Analystenerwartungen von 4,4 Mrd. skr.

Auch der Ericsson-Anteil am Verlust des im Oktober gegründeten Mobilfunk-Gemeinschaftsunternehmens Sony Ericsson lag mit 700 Mill. skr deutlich unter den Analysten-Prognosen von etwa zwei Mrd. skr. Ericsson-Chef Hellstrom erwartet zwar im ersten Quartal noch einen kleinen Verlust bei Sony Ericsson, aber das Joint Venture wird nach seiner Einschätzung im Jahr 2002 profitabel sein.

Analysten bezeichneten die Zahlen als im Großen und Ganzen positiv, bemängelten aber den Einbruch um 39 % beim Auftragseingang im vierten Quartal. "Grundsätzlich sehen für mich die Zahlen einigermaßen gut aus", sagte Analyst Mika Paloranta von Nordea Securities. "Die Zahlen sind OK oder gut - außer dem Auftragseingang für das vierte Quartal. Der Order-Eingang für Westeuropa war im vierten Quartal ziemlich lausig, und der Telefonabsatz war in dem Quartal schlechter als erwartet", bewertete Analyst Bo Edvardsson von Fischer Partners die Zahlen.

Nach einem Verlust von in der Spitze mehr als fünf Prozent tendierten Ericsson-Aktien in Stockholm am Vormittag 3,2 % tiefer bei 48,10 skr. Händler führten den Rückgang in erster Linie darauf zurück, dass Ericsson-Chef Hellstrom zuvor die Marktlage im ersten Halbjahr 2002 als schwierig bezeichnet habe. Am Donnerstag hatten Ericsson-Titel noch rund fünf Prozent zugelegt, nachdem Nokia eine positive Einschätzung für den Umsatz gegeben hatte.

Am Donnerstag hatte der finnische Konkurrent Nokia einen größeren Quartalsgewinn als erwartet mitgeteilt und damit die Technologiewerte nach oben gezogen.

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