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07.04.2003

16:52 Uhr

Millionenbetrug-Verfahren

Staatsanwalt fordert sechs Jahre Haft für Harksen

Der Finanzjongleur Jürgen Harksen (42) soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft am Montag wegen Betrugs für sechs Jahre ins Gefängnis. "Das Maß gewöhnlicher Straftaten ist bei weitem gesprengt", sagte Staatsanwalt Hans-Gerd Meine vor dem Hamburger Landgericht.

HB/dpa HAMBURG. Die Anleger selbst seien aber auch "unvermögend gewesen, sich einzugestehen, dass sie einem Großbetrüger aufgesessen sind".

Harksens Verteidiger, Gerhard Strate, rühmte in seinem Plädoyer "die hohe Intelligenz, den Charme und die menschliche Wärme" seines Mandanten. Er beantragte Freispruch. Für die Tatbeteiligung der Ehefrau des Angeklagten, Jeanette Harksen, beantragte der Staatsanwalt zwei Jahre Haft auf Bewährung. Sie habe sich auf anderer Leute Kosten ein schönes Leben gemacht, sagte der Ankläger über die 40-jährige Mutter von drei Kindern.

Harksen hatte gestanden, in den Jahren von 1990 bis 1992 drei Anleger mit einem erfundenen Geschäft in Skandinavien um 34,3 Millionen Mark (rund 17,5 Millionen Euro) geprellt zu haben. Das Geständnis wertete der Ankläger als strafmildernd.

Jürgen Harksen war in den neunziger Jahren als Lebemann auf dem Markt der Investoren bekannt geworden. Er habe die Firma "Nordanalyse" gegründet und es geschafft, von 310 Investoren Geld zu bekommen, sagte ein Steuerfahnder im Prozess. Auch Größen aus dem Showgeschäft, Ärzte und Rechtsanwälte fielen auf den Mann mit Yacht und Luxusanwesen rein. Der "König der Hochstapler", wie er in der Presse genannt wurde, siedelte Ende 1993 fluchtartig nach Kapstadt um, wo er weiter betrog. Schließlich kam Harksen dort ins Gefängnis. Erst im vergangenen Oktober wurde Harksen nach Deutschland ausgeliefert.

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