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26.01.2001

15:01 Uhr

ap NEU-DELHI. Ein verheerendes Erdbeben hat am Freitag auf dem indischen Subkontinent mehr als 650 Menschen in den Tod gerissen. Die meisten Todesopfer wurden aus dem westindischen Unionsstaat Gujarat gemeldet. Allein in der Millionenstadt Ahmedabad kamen nach Polizeiangaben 200 Menschen ums Leben. Dutzende Häuser stürzten ein, und verzweifelte Bewohner gruben in den Trümmern nach verschütteten Angehörigen.

Wie der Innenminister von Gujarat, Haren Pandya, mitteilte, stürzten in dem Staat Bergwerke ein, Züge entgleisten und Wasserrohre zerbarsten. Zahlreiche Telefon- und Stromleitungen brachen zusammen. 500 Menschen seien in Gujarat ums Leben gekommen, sagte Pandya. 100 oft mehrstöckige Häuser stürzten ein, 50 davon in Ahmedabad. Dort kamen vermutlich auch rund 70 Schulkinder und mehrere Lehrer ums Leben. 19 Studenten waren noch am Abend unter den Trümmern eines eingestürzten Hochschulgebäudes begraben.

Das Epizentrum des Bebens, das laut Angaben amerikanischer Geologen eine Stärke von 7,9 hatte, lag nahe der Stadt Bhuj an der indisch-pakistanischen Grenze. Dort wurden mindestens 150 Bewohner getötet. Die Polizei der Stadt Surat, 300 Kilometer südöstlich des Epizentrums, meldete mindestens 31 Todesopfer. Drei Personen wurden bei einer Massenpanik in einer Diamantfabrik erdrückt. Zu der Panik kam es, als die Arbeiter des Werkes sich auf einer schmalen Treppe drängten, um ins Freie zu gelangen.

In der pakistanischen Stadt Hyderabad fielen dem Erdbeben nach Angaben von Rettungskräften zwei Bewohner zum Opfer, als ihr zweistöckiges Haus einstürzte. Auch in Nepal war der Erdstoß zu spüren. Bangladesch wurde von einem Nachbeben erschüttert. In der Stadt Satkhira an der Grenze zu Indien liefen hunderte Einwohner in Panik auf die Straße.

Wie Pandya mitteilte, wurde die Armee in Alarmbereitschaft versetzt, die zur Unterstützung der Bergungsarbeiten eine schnelle Eingreiftruppe einrichtete. Ministerpräsident Atal Bihari Vajpayee berief eine Dringlichkeitssitzung des Kabinetts ein.

Das indische Meteorologische Institut hatte zunächst eine Stärke von 6,9 auf der Magnitudenskala ermittelt. Das Beben ereignete sich um 8.46 Uhr Ortszeit (04.16 Uhr MEZ). Es war auch in der Hauptstadt Neu-Delhi sowie in Bombay, Madras und Pondicherry zu spüren. Im September 1993 waren bei einem Erdbeben der Stärke 6,4 im Unionsstaat Maharashtra vermutlich bis zu 30 000 Menschen ums Leben gekommen.

Spendenkonto 44 040 Sparkasse Bonn (BLZ 380 500 00) Stichwort: "Erdbeben Indien"

Online-Spenden: www.care.de

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