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25.03.2003

12:59 Uhr

Milosevic-Prozess stockt

Seselj erklärt vor Uno-Tribunal Unschuld

Der wegen Kriegsverbrechen angeklagte serbische Freischärlerführer und Politiker Vojislav Seselj hat sich am Dienstag vor dem Uno-Tribunal in Den Haag für unschuldig erklärt.

HB/dpa DEN HAAG. Bei der zweiten richterlichen Vorführung seit seiner freiwilligen Ankunft bei dem Kriegsverbrechertribunal vor einem Monat wies er alle 14 Anschuldigungen der Ermordung und Folter von Muslimen und Kroaten Anfang der neunziger Jahre zurück. "Niemals in meinem Leben habe ich jemanden gefoltert", ergänzte er sein entschiedenes "Nicht schuldig".

Bei seiner ersten Vorführung am 26. Februar hatte der 48-Jährige wegen sprachlicher Unklarheiten jede Stellungnahme abgelehnt. Damals hatte Seselj angekündigt, er werde sich selbst verteidigen. "Niemand außer mir spricht in diesem Gericht für mich", hatte er betont.

Unterdessen scheiterte die für die Dienstag geplante Fortsetzung des Prozesses gegen den früheren jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic an dessen anhaltender Erkrankung. Milosevic verweigere die Einnahme verschriebener Medikamente, hieß es. Da sich der 61-Jährige auf eigenen Wunsch selbst verteidigt, kann das seit dem 19. März unterbrochene Verfahren in seiner Abwesenheit nicht fortgeführt werden.

Milosevic erkrankte seit Beginn des Prozesses wegen Kriegsverbrechen am 12. Februar 2002 sieben Mal und fehlte an 40 Tagen wegen Erkältung, Erschöpfung oder Blutdruckproblemen. Chefanklägerin Carla Del Ponte hatte bereits vergeblich beantragt, dem Angeklagten zwangsweise einen Verteidiger zuzuordnen.

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