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23.01.2003

10:50 Uhr

Mineralölprodukte deutlich teurer

Deutsche Erzeugerpreise im Dezember gestiegen

Die Erzeugerpreise in Deutschland haben wegen teurer Mineralölprodukte in Folge der Irak-Krise im Dezember angezogen. Experten erwarten nicht, dass der Anstieg voll auf die Verbraucherpreise durchschlagen wird.

Reuters WIESBADEN. Die Erzeugerpreise hätten im Dezember um 0,9 % über dem Wert des Vorjahresmonats gelegen, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mit. Ohne Mineralölprodukte wären sie nur um 0,2 % gestiegen. Im Monatsvergleich stiegen die Produzentenpreise ebenfalls um 0,2 %. Wegen der schwachen Konjunktur könne der Preisanstieg aber kaum an die Verbraucher weitergeben werden, sagte Ulrike Kastens von Sal. Oppenheim. Am Nachmittag wollte Bayern als erstes von fünf Bundesländern seine Inflationsdaten für Januar veröffentlichen.

Nach Angaben des Statistik-Amtes sanken die Erzeugerpreise im vergangenen Jahr gegenüber 2001 insgesamt um 0,5 %. 2001 waren sie noch um drei Prozent gestiegen.

Mineralölprodukte deutlich teurer

Der Erzeugerpreisindex sei im Dezember wesentlich vom Preisanstieg bei den Mineralölprodukten beeinflusst worden, erklärte das Statistik-Amt. Die Preise für Mineralölprodukte stiegen im Vergleich zum Dezember 2001 um 12,8 %. Dabei legten die Preise für Kraftstoffe um 9,6 % zu. Leichtes Heizöl war 22,9 % teurer, schweres Heizöl 26,0 % und Flüssiggas 37,7 %. Strom verteuerte sich um 3 %, Erdgas war dagegen 7,5 % billiger als vor Jahresfrist.

"Ich würde das nicht als Beginn einer Weiterwälzung interpretieren", bewertete Kastens die höheren Erzeugerpreise. Die Wirtschaft sei so schwach und der Konkurrenzdruck so hoch, dass die Preise kaum angehoben werden könnten. Nach Angaben des Statistik-Amtes verteuerten sich im Jahresvergleich auch raffinierte Pflanzenöle (19,3 %), organische Grundstoffe und Chemikalien (11,2 %) und Weizenmehl (10,6 %). Verbilligt hätten sich dagegen Zement (minus 12,1 %), anorganische Grundstoffe und Chemikalien (minus 9,0 %) sowie Frischbeton (minus 5,7 %).

Warten auf Inflationsdaten

Ein erster Hinweis auf die deutsche Inflation im Januar wurde am Nachmittag von der Verbraucherpreisentwicklung in Bayern erwartet. Vier weitere Länder kündigten ihre Preisdaten für Freitag an. Auf der Basis der Länderpreise errechnet dann das Statistische Bundesamt die vorläufige Teuerung für Gesamtdeutschland im Januar. Von Reuters befragte Analysten rechnen mit einem Anstieg der Monatsinflation auf 0,7 % nach 0,1 % im Dezember. Die Jahresinflation wurde bei 0,9 % nach 1,1 % erwartet.

Für die voraussichtlich schwächer ausgefallene Jahresteuerung dürfte nach Einschätzung von Experten ein vergleichsweise geringer Preisanstieg bei Lebensmittel verantwortlich sein. Im Januar 2002 waren die Lebensmittelpreise wegen der kalten Witterung ungewöhnlich stark gestiegen. Der Anstieg der Rohöl-Preise dürfte zudem zumindest teilweise durch den höheren Euro-Kurs abgefedert worden sein.

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