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23.01.2003

15:25 Uhr

Miniaturen im Trend

Renaissance des klassischen Spielzeugs

Mit einer Renaissance des klassischen Spielzeugs will die Spielwarenbranche in diesem Jahr die Umsätze wieder ankurbeln. Stärker denn je seien Puppen oder anspruchsvolles Holzspielzeug gefragt, teilten Branchenvertreter am Donnerstag vor der 54. Internationalen Spielwarenmesse (30. Januar bis 4. Februar) in Nürnberg mit.

HB/dpa NÜRNBERG. 2716 Aussteller aus 61 Ländern zeigen auf der Weltleitmesse ihre Produkte, rund 60 000 Neuheiten sollen präsentiert werden. Hersteller und Handel erhoffen sich davon einen Schub, denn im Jahr 2002 sank das Marktvolumen im Inland um drei Prozent auf rund 3,1 Milliarden Euro.

"Immer mehr Schenkende kaufen etwas "Gescheites"", sagte der Branchenkenner Otto E. Umbach. Als Zielgruppe finden die Mädchen verstärkt das Interesse von Herstellern und Handel: Die Umsätze bei Produkten für die Girls steigen überproportional. "Puppen von Babyborn und Barbie, Schminkköpfe und insbesondere das Thema Pferde sind die großen Renner", berichtete der Geschäftsführer der Fachhandelsgruppe Idee + Spiel.

Ein zweiter Trend sind Miniaturen. Ob Tiere, winzige per Funk ferngelenkte Fahrzeuge oder Mini-Früchte - kleine Sachen sollen in diesem Jahr für große Umsätze sorgen. Und noch einen weiteren Trend will Umbach ausgespäht haben: Das Sammeln. "Sammler sind eine besonders treue und sehr kauffreudige Zielgruppe", sagte er. Das Spektrum ist breit: Autos, Motorräder, Pferde, Puppen, Meerjungfrauen, Teddybären - alles findet seine Abnehmer. Die größten Sammler-Umsätze werden aber in den "männlichen" Sparten Modellbahnen und-fahrzeuge erzielt.

Wachsende Bedeutung für die Branche hat das Thema Lizenzen. Auf der Messe wird es erstmals ein eigenes "Lizenzforum" geben. Die besten Chancen geben Experten den Fortsetzungen der Kino-Erfolge wie "Der Herr der Ringe". Als "Geheimtipp" gilt die japanische Manga- Serie "Yu-Gi-Oh". Comic-Held Yami Yugi hat in Japan bereits zwei Milliarden Dollar Lizenzeinnahmen verbucht und kommt nun auch ins deutsche Fernsehen.

Dank dieser Trends geht der Spielwaren-Einzelhandel mit vorsichtigem Optimismus ins neue Jahr, wie der zuständige Bundesverband in Nürnberg berichtete. "70 Prozent aller Betriebe rechnen mit einer zumindest gleich bleibenden Umsatzentwicklung, 20 Prozent erwarten sogar eine Verbesserung", sagte Geschäftsführer Willy Fischel. Im vergangenen Jahr zählte der Fachhandel mit einem einstelligen Umsatzminus zu den Verlierern, während Fachmarktfilialen und Discounter teils kräftig zulegten. Eine Entwicklung, die den Branchenfunktionären Sorge macht: Nur im Einzelhandel sei die Vielfalt anspruchsvollen Spielzeugs zu finden, warnte der Geschäftsführer des Deutschen Verbandes der Spielwaren-Industrie, Volker Schmid. Discountermärkte konzentrierten sich dagegen auf den Vertrieb von "Kernsortimenten".

Gegensteuern will der Fachhandel mit Spezialisierung und Sortimentsbereinigung. Angesichts steigenden Wettbewerbs- und Ertragsdrucks würden dennoch eine Reihe von Geschäften in diesem Jahr schließen müssen, prognostizierte der Bundesverband des Spielwaren- Einzelhandels.

Die 54. Nürnberger Spielwarenmesse verzeichnet in diesem Jahr einen leichten Rückgang der Aussteller von 2765 auf 2716. Stärkste Ausstellernation ist Deutschland (1105), gefolgt von Hongkong, China, Italien und Taiwan. "Alle führenden Unternehmen sind an Bord", freute sich der Vorstandsvorsitzende der Spielwarenmesse, Ernst Kick. Er rechnet mit rund 75 000 Fachbesuchern, ebenso viele wie im Vorjahr. Ein immer wieder geäußerter Wunsch geht aber auch in diesem Jahr nicht in Erfüllung: Es gibt keinen Publikumstag. So dreht sich an sechs Tagen in den Nürnberger Messehallen zwar alles um die Kinder, sie selbst aber müssen weiterhin draußen bleiben.

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