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31.01.2003

16:38 Uhr

Minisender unterstützt Schiedsrichter

Elektronik überrwacht Position von Ball und Spieler

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen (IIS) haben einen Minisender entwickelt, der Schiedsrichtern in Bruchteilen von Sekunden die genauen Positionen von Ball und Spielern mitteilen kann. Nun soll die Technik im Nürnberger Franken-Stadion auf ihre Praxistauglichkeit getestet werden.

dpa ERLANGEN/NÜRNBERG. War es nun ein Tor oder nicht? Tagelange Diskussionen erhitzter Fußball-Gemüter sollen nach der Vorstellung Erlanger Ingenieure bald der Vergangenheit angehören. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen (IIS) haben einen Minisender entwickelt, der Schiedsrichtern in Bruchteilen von Sekunden die genauen Positionen von Ball und Spielern mitteilen kann. Nun soll die Technik im Nürnberger Franken-Stadion auf ihre Praxistauglichkeit getestet werden.

Kernstück des neuen Positionsbestimmungs-Systems sind winzige Mikrowellensender, die im Ball und in den Schienbeinschonern der Kicker angebracht werden. Außerdem müssen acht bis zehn Antennen am Spielfeldrand aufgestellt werden. Die damit empfangenen Signale werden sofort über Glasfaserkabel an einen zentralen Computer übermittelt, der die Signallaufzeiten analysiert und so die Positionen der Spieler und des Balles auf den Zentimeter genau berechnet.

Rund 7,5 Millionen Euro wurden bislang in die Entwicklung des Positionsbestimmungs-Systems investiert, an dem auch die Karlsruher Cairos Technologies AG und Sportwissenschaftler der Technischen Universität München mitgearbeitet haben. Die Ausstattung eines Stadions soll nach Angaben von Cairos-Chef Hanno Reinert rund 250 000 Euro kosten. "Die Technik kann in allen Ballsportarten eingesetzt werden", sagt Reinert.

Das System soll jedoch nicht nur Fehlentscheidungen vorbeugen. Auch Zusatzinformationen für Zuschauer und Trainer sollen damit abrufbar sein. In Fußballkreisen findet die Innovation großes Interesse. Die Erlanger Tüftler hoffen daher, dass ihre Erfindung schon bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland eingesetzt wird.

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