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08.02.2001

12:09 Uhr

rtr BONN. Das Bundeskartellamt hat gegen den brandenburgischen Regionalversorger e.dis Nord AG ein Musterverfahren wegen des Verdachts missbräuchlich überhöhter Netznutzungsentgelte und der Behinderung anderer Stromanbieter eingeleitet. Es bestehe der Verdacht, dass die Entgelte der Eon-Tochter e.dis nicht angemessen seien und von denjenigen abwichen, die sich bei wirksamem Wettbewerb mit hoher Wahrscheinlichkeit ergeben würden, sagte Kartellamtspräsident Ulf Böge am Donnerstag in Bonn. Dies habe ein Preisvergleich mit anderen Stromnetzbetreibern in Deutschland ergeben.

Die Höhe der Differenz sei ein starkes Indiz für missbräuchlich überhöhte Netznutzungsgebühren, sagte Böge weiter. Zudem bestehe der Verdacht, dass e.dis Strombeschaffung und-vertrieb über die Netznutzung zu Lasten dritter Stromanbieter quersubventioniere. Dies wäre der Fall, wenn sich bestätige, dass die den Stromanbietern in Rechnung gestellten Netznutzungsgebühren die günstigsten Komplettangebote der e.dis kaum unterschreiten, hieß es. Die e.dis habe Gelegenheit, bis zum 8. März zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen.

Mit dem eingeleiteten Missbrauchsverfahren werde lediglich ein nationaler Prüfungsmaßstab angelegt, hieß es bei der Behörde weiter. Die Wettbewerbshüter wollen nach den Worten Böges mit diesem Verfahren ein Signal setzten, dass diese Wettbewerbsbehinderungen nicht hingenommen würden. Es bestehe allerdings der Verdacht, dass das deutsche Preisniveau insgesamt überhöht sei. Das Bundeskartellamt werde dies prüfen und gegebenenfalls auch gegen Verbundunternehmen Verfahren einleiten.

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