Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.02.2001

13:58 Uhr

Mit Gewinnsprung in das neue Jahr

Epcos nimmt Umsatzprognose zurück

Der Quartalsüberschuss stieg auf 89,3 (37,7) Mill. Euro. Vorstandschef Klaus Ziegler sagte, die Bestandsbereinigungen der Mobilfunkbranche würden im zweiten und im dritten Quartal nicht spurlos dem Unternehmen vorüber gehen.

Reuters MÜNCHEN. Der Bauelementehersteller Epcos AG hat im ersten Quartal 2000/01 den Umsatz und den Gewinn über die Erwartungen der Analysten hinaus gesteigert, ist bei seiner Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr aber vorsichtiger geworden. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) habe sich mit 127 (99/00: 57) Mill. Euro mehr als verdoppelt, teilte das Unternehmen am Donnerstag in München mit. Der Umsatz stieg um 55 % auf 574 Mill. Euro. Für das Geschäftsjahr (30. September) geht Epcos von einem schwächeren Umsatzwachstum aus. Das Volumen werde angesichts des schwächeren Mobilfunkmarkts um etwa 25 % wachsen, hieß es. Der scheidende Vorstandschef Klaus Ziegler hatte zuletzt von Steigerungsraten von 25 bis 35 % gesprochen. Die Epcos-Aktien zogen um drei Prozent an.

Epcos hielt aber an der Prognose fest, die Ebit-Marge, die im ersten Quartal 22 % erreichte, im ganzen Geschäftsjahr bei 19 (Vorjahr: 18) Prozent zu halten. Das entspräche einem Umsatz von etwa 2,32 (1,86) Mrd. Euro und einem Ebit von 442 (336) Mill. Euro. Der Quartalsüberschuss stieg auf 89,3 (37,7) Mill. Euro. Vorstandschef Klaus Ziegler sagte, die Bestandsbereinigungen der Mobilfunkbranche würden im zweiten und im dritten Quartal nicht spurlos dem Unternehmen vorüber gehen. In den nächsten sechs Monaten sei mit geringeren Wachstumsraten zu rechnen. "Wir rechnen aber mit einer deutlichen Belebung des Mobilfunk-Geschäfts ab Sommer 2001", fügte er hinzu. Ziegler macht zum 1. April Platz für seinen Nachfolger Gerhard Pegam.

Die Zahlen für das erste Quartal lagen über den Prognosen der von Reuters befragten Analysten. Im Mittel ihrer Schätzungen hatten sie mit 557 Mill. Euro Umsatz und einem Ebit von 107 Mill. Euro gerechnet. Vor allem der Auftragseingang sei eine positive Überraschung, sagte Analyst Jürgen Wagner vom Bankhaus Sal. Oppenheim. In den Monaten Oktober bis Dezember erhielt das Unternehmen Aufträge im Wert von 703 Mill. Euro, 24 % mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. "Das ist sehr, sehr gut", sagte Wagner. Der etwas vorsichtigere Ausblick spiegele das schwächere Wachstum in der Mobilfunkbranche wider, in der Epcos nach Angaben eines Sprechers 30 % seines Umsatzes erzielt. Mit der Telekommunikation insgesamt setzt der Konzern zwischen 40 und 50 % des Gesamtvolumens um.

DG-Bank-Analystin Ingrid von Hentschel sagte, die Zahlen seien wie erwartet "extrem gut" ausgefallen. Dass der Umsatz im ganzen Jahr am unteren Ende der ursprünglichen Prognosen von Vorstandschef Ziegler liegen werde, habe sie erwartet. "Vor dem Hintergrund einer Abschwächung im Mobilfunkmarkt überrascht mich das nicht", sagte sie. Dass Epcos dennoch die Ebit-Margen halten wolle, sei eine gute Nachricht. Ihr Kursziel liege bei 97 Euro. Am Donnerstag legte die Aktie bis zum frühen Nachmittag um knapp drei Prozent auf 94,26 Euro zu.

Epcos entstand aus einem Gemeinschaftsunternehmen von Siemens und Matsushita Electric und ist seit Oktober 1999 an der Börse notiert. Seit März 2000 notiert die Aktie im DAX. Die beiden Alteigentümer halten nur noch je 12,5 % an dem Hersteller passiver elektronischer Bauelemente, zu denen Widerstände, Kondensatoren und Oberflächenwellen- Komponenten (OFW) zählen. OFW-Filter steuern in Mobiltelefonen die jeweilige Frequenz an und eliminieren damit Störgeräusche.

Die OFW-Komponenten waren im ersten Quartal der wichtigste Umsatz- und Ergebnisträger. Ihr Umsatz legte um 60 % auf 202 Mill. Euro zu, das Ebit des Bereichs verbesserte sich um 88 % auf 56,4 Mill. Euro und machte damit 44 % des gesamten operativen Gewinns aus. Den größten Umsatzzuwachs verzeichneten keramische Bauelemente mit einem Schub um 73 % auf 166 Mill. Euro, im Ebit legten Kondensatoren prozentual am stärksten zu. Ihr Beitrag zum Gewinn verdreifachte sich fast auf 29,4 Mill. Euro.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×