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22.05.2000

18:41 Uhr

Reuters FRANKFURT. Die europäischen Börsen haben sich am Montag uneinheitlich präsentiert. Fuß fassen konnten Händlern zufolge trotz der schlechten Nasdaq-Vorgabe Telekommunikations-, Medien und Technologie-Titel (TMT), nachdem es dort zum Wochenausklang zu starken Verlusten gekommen war. Zu starken Gewinnen kam es aber eher bei traditionellen Unternehmens-Werten, die beispielsweise in London für einen allgemeinen Aufwärtstrend sorgten. Eine richtige Erholung gebe es aber auf Grund der bleibenden Zinsängste in den Märkten nicht, hieß es. "Die Investoren sind besorgt, wie hoch die Fed die Leitzinsen noch anheben muss, um die US-Wirtschaft abzukühlen", sagte ein Analyst. Auch an den US-Märkten hatte die Unsicherheit zu Kurseinbrüchen geführt. Der Nasdaq-Index an der Wall Street hatte am Freitag 4,19 % auf einen Stand von 3390,40 Zählern verloren. Der Dow-Jones-Index schloss 1,40 % tiefer bei 10 626,85 Punkten. Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz fiel bis gegen Mittag um 1,02 % auf 4773 Zähler, der Euro-Stoxx-50-Index für die Blue Chips aus der Europäischen Währungsunion (EWU) rutschte um 1,2 Prozent auf 4999 Punkte. London überraschend im Plus Überrascht zeigten sich Marktteilnehmer von dem etwas festeren Trend an der Londoner Börse. Der FTSE-100-Index ließ sich von den internationalen Vorgaben nicht beeindrucken und notierte nach anfänglichem Erreichen der 6.130-Punkte-Marke gegen Mittag noch 0,2 % fester bei 6 062 Punkten. Händlern zufolge investierten Anleger bei anhaltender TMT-Schwäche in die traditionellen Unternehmenswerte. "Es ist die Frage im Markt: wer führt hier wen? Ist Europa der Wall Street letzte Woche gefolgt oder umgekehrt?", sagte ein Händler. Unternehmensnachrichten seien vom Markt positiv aufgenommen worden. "Wir lassen uns von ein paar TMT-Aktien nicht irre machen. Es gibt genug Werte drumherum", sagte ein Händler. Vodafone AirTouch gewannen 0,5 % auf 243 Pence. Astra-Zeneca stiegen um über zwei Prozent auf 2837 Pence an. British American Tobacco kletterten 43 Pence auf 425 Pence. Zürich behauptet Die Schweizer Börse hat sich trotz negativer Vorgaben behauptet präsentiert. Der SMI-Index stieg um 0,3 % auf 7750 Punkte. SAirgroup gewannen vier Franken dazu. Feldschloesschen-Huerlimann verloren 16 Franken, einen Tag vor der Entscheidung, wer das Getränkeunternehmen kaufen darf. Paris schwächer In Paris fiel der CAC-Index für die 40 größten Unternehmen unter die psychologisch wichtige Marke von 6200 Punkten. Der Index notierte 0,5 % schwächer auf 6162 Punkten. Nach dem Kurssturz bei Technologie- und Medienwerten sei der Markt immer noch belastet, hieß es aus Händlerkreisen. "Und zudem gibt es keine guten Unternehmensnachrichten, die dem Markt helfen könnten", sagte ein Händler. Equant führten aufs Neue mit einem Verlust über sechs Prozent die Verliererliste an. Cap Gemini und France Telecom verloren jeweils an die drei Prozent. Mailand gibt bis zu drei Prozent nach In Mailand gaben die Aktienkurse nach einem Ausverkauf bei den High-Tech-Werten bis zu drei Prozent nach. Der MIB30-Index präsentierte sich gegen Mittag 1,2 % leichter auf 44105 Zählern. Telecom Italia, Olivetti, und Telecom Italia Mobile verloren alle über zwei Prozent. Der vor einer Fusion mit dem Internet-Dienst von Telecom Italia, Tin.it, stehende Internet-Anbieter Seat fiel um 0,5 % auf 3,89 Euro. Der von Telecom Italia angebotene Kaufpreis beträgt 4,20 Euro. Madrid volatil Der Madrider Aktienmarkt hat die Handelswoche mit Kursschwankungen begonnen. Der Ibex-Index notierte 0,2 % schwächer bei 10520 Punkten. Die Volatilität werde bei steigenden Zinssorgen weiter anhalten, hieß es. Telefonica fielen über ein Prozent. Der Titel hatte bereits vergangene Woche wegen seiner aggressiven Expansions-Plänen Verluste hinnehmen müssen. Das Internet-Unternehmen Terra notierte dagegen 0,6 % höher auf 50 Euro. Amsterdam testet Unterstützung An der Amsterdamer Börse hat der AEX-Index nach einem Verlust von über zwei Prozent zu Handelsauftakt seine technische Unterstützung bei 648 Punkten getestet und erholte sich dann leicht. Gegen Mittag lag der Index um 0,4 % tiefer auf 649 Punkten. Im Mittelpunkt standen UPC, die über fünf Prozent nachgaben. Der Kabelbetreiber hatte die geplante Übernahme von SBS Broadcasting nach dem Kurssturz der Aktie abgesagt. Händler gehen aber von einer Erholung der Aktie aus. "Eigentlich ist das eine gute Nachricht. Es zeigt, dass UPS Schritt für Schritt vorgeht", sagte ein Händler. Wien leichter An der Wiener Börse gaben die Kurse belastet von Index-Schwergewicht Bank Austria nach. Der ATX-Index fiel um 0,5 % auf 1130 Punkte. Bank Austria gaben um 0,8 % nach auf 50,19 Euro nach. Das internationale Umfeld für Bankenwerte sei nach wie vor nicht günstig, sagte ein Analyst. Außerdem sei der Titel durch Medienberichte über weiteren Abschreibungsbedarf der US-Niederlassung der Großbank belastet. Brüssel uneinheitlich In Brüssel hat sich der Bel20-Index stabil bei geringen Umsätzen gezeigt, bröckelte dann aber im Verlauf leicht ab. Er lag 0,2 % schwächer bei 2879 Punkten. "In so einem dünnen Handel können einzelne Investoren die Kurse mit Leichtigkeit verschieben, und man weiß nie wo das hinführt", sagte ein Händler. Fortis gewannen 0,91 Proeznt auf 28,78 Euro. Electrabel stiegen 0,12 % auf 259 Euro. Stockholm abwärts Den Vorgaben aus dem Ausland folgend hat die Stockholmer Börse leichter tendiert. Der OMX-Index lag bei 1330 Punkten mit 2,8 % im Minus. Börsenschwergewicht Ericsson sank um fünf Kronen auf 188 skr. Konkurrent Nokia notierte elf Kronen niedriger auf 490 Kronen.

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