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02.01.2001

21:26 Uhr

dpa PARIS. Nach knapp zweiwöchiger Haft wegen des Verdachts auf Verstrickung in illegale Waffengeschäfte kommt der älteste Sohn des früheren französischen Präsidenten Francois Mitterrand frei. Ein Pariser Berufungsgericht ordnete am Dienstagabend seine Freilassung gegen Zahlung einer Kaution von fünf Mill. Franc (1,5 Mio DM) an. Der 54-jährige Jean-Christophe Mitterrand war am 21. Dezember verhaftet worden. Ein erster Antrag auf Haftverschonung war Ende Dezember abgelehnt worden, so dass er Weihnachten und Silvester hinter Gittern verbringen musste.

Mitterrand Junior, dem der Spitzname "Papa hat mir gesagt" anhing, soll unter anderem für die Vermittlung von Waffengeschäften nach Angola zwischen 1993 und 1994 etwa 1,8 Mill. $ auf ein Schweizer Nummernkonto erhalten haben. Er selbst hat jede Beteiligung an derartigen Waffengeschäften bestritten. Die 1,8 Mill. $ der Waffenhandels-Firma Brenco International will er nach Angaben seines Anwalts für reguläre Finanzierungsgeschäfte erhalten haben, die in keinem Zusammenhang mit Waffenhandel gestanden hätten.

Die Justiz wirft Mitterrand Urkundenfälschung, Unterschlagung und erschwerte Ausnutzung eines öffentlichen Amtes für persönliche Zwecke vor. Er soll seine Position als Chefberater in der Afrika-Abteilung des Elysee-Palastes genutzt haben, um Waffenhändlern die Geschäfte zu erleichtern. Präsident Mitterrand hatte den ältesten seiner beiden Söhne direkt nach seiner Wahl 1981 als Mitarbeiter in den Elysee- Palast geholt und ihn 1986 zum Chef der Afrika-Abteilung ernannt. Allerdings geriet der Sohn wegen mangelnder Trennung von Politik und Geschäften zunehmend in die öffentliche Kritik und musste 1992 seinen Hut nehmen. Präsident Mitterrand schied 1995 aus dem Amt; er starb am 8. Januar 1996.

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