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22.03.2003

16:00 Uhr

Mobile Navigationssysteme

Pfadfinder in der Hosentasche

VonJürgen Hoffmann (Handelsblatt)

Navigationssysteme verlangten bisher den komplizierten Einbau ins Auto. Doch jetzt wollen die Hersteller von PDA den digitalen Wegweiser spielen - billig sind diese Helfer aber nicht.

Keitum auf Sylt. 21 Uhr, die Straßen sind leer, kein Taxi weit und breit. Der Hamburger Mediaberater Alexander Allwardt steht vor dem Restaurant Fisch-Fiete, in der Hand einen Personal Digital Assistent (PDA), einen Compaq Ipaq. Er war mit Kunden essen, die über die Vermarktungsfirma More Werbezeiten bei Radio Hamburg und Oldie 95 buchen wollen.

Allwardt sucht den Weg zu seinem Hotel "Fährhaus Munkmarsch". Er wählt auf seinem nicht einmal handtellergroßen Gerät die Internet-Seite von Hotel.de an und tippt dann den Suchbegriff "Hotel Fährhaus" ein. In Sekundenschnelle erscheinen auf dem Display des PDA die Hotelinformation, dann eine Karte der Insel mit dem eingezeichneten Hotel. Munkmarscher Chaussee - Heefwai - 20 Minuten später ist er im Hotel.

Der Organizer als Ersatz für das Navigationssystem: Egal ob Compaq, Toshiba, NEC, oder Palm - für alle gängigen PDA-Modelle gibt es Software und Zusatzaufstecker, die per Satellitenortung (GPS-Empfänger - Global Position System, im Fachjargon) den Standort des Benutzers ermitteln und ihm den Weg weisen. Wie die im Auto fest installierten Modelle berechnen dieDaran dürften die neuen Modelle, die nach der Cebit auf den Markt kommen, nichts ändern. Denn der Trend geht nicht in Richtung niedriger Preise, sondern gen Leistungsfähigkeit - und die gibt?s nicht für weniger Geld.

In Hannover waren fast alle Anbieter von Navigationssoftware vertreten: von Map & Guide über Blaupunkt, Navigon und Tomtom bis zur britischen Company Directions. Ihre Systeme arbeiten alle nach dem gleichen Prinzip: die geographischen Daten befinden sich auf einer CD-Rom. Diese einmal gespeicherten Informationen aber sind irgendwann alt. Dann muss der Nutzer wieder ins Geschäft und eine neue Scheibe mit neuen Daten kaufen.

Anders arbeitet das System, das Mediaberater Allwarth nutzt. Sämtliche Informationen werden über den Internet-Dienst Map Point Dotnet von Microsoft aktualisiert. Diese fließen ein in das Navigationsprogramm von Hotel.de.nutzen, wie Hotel.de, Lizenzgebühren. "Die Unternehmen abonnieren Map Point und integrieren den Dienst in eigene Lösungen. Dadurch müssen sie nicht selbst in die Verwaltung der Daten investieren", erläutert Microsoft-Direktor Michael Müller-Berg, zuständig für die Telekommunikationsaktivitäten des Konzerns in Deutschland. "Die Idee, Anwendungen aus dem Web zu holen, kommt dem Bedürfnis moderner mobiler Menschen entgegen, aktuelle Daten überall und an jedem Ort nutzen zu können."

Einen Haken allerdings hat die Sache: Wer online gehen will, muss sein Handy an den PDA anschließen und trägt damit gleich zwei Geräte mit sich herum. Einfacher sind da schon Smartphones, also Handys mit PDA-Eigenschaften. Doch bei denen lassen sich nur selten die GPS-Module aufstecken. Noch also hapert es bei den grenzenlosen Wegweisern ein wenig an der Alltagstauglichkeit.

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