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20.06.2000

11:37 Uhr

Mode

Escada durch Sonderlasten in Verlustzone geraten

Der Modekonzern hat sich auf Grund des über Plan liegenden operativen Geschäfts dazu entschlossen, 51 Mill. DM Sonderbelastungen bereits jetzt zu verbuchen.

Reuters ASCHHEIM. Die geplante Konzentration auf die Kernmarken Escada und Laurel wird den Modekonzern Escada AG in diesem Jahr 51 Mill. DM kosten. Trotz roter Zahlen im ersten Halbjahr rechnet das im Frankfurter Kursbarometer MDax notierte Unternehmen für das gesamte Geschäftsjahr 1999/2000 (zum 31. Oktober) vor Steuern mit einem Gewinn. Das operative Geschäft habe sich in den ersten sechs Monaten besser entwickelt als erwartet, teilte Escada am Dienstag in Aschheim bei München mit. Der Konzernumsatz stieg bereinigt um Verkäufe um 7,9 % auf 723,4 Mill. DM. Vor Steuern fiel ein Fehlbetrag von 49,2 Mill. DM an, nachdem im ersten Halbjahr 1998/99 noch ein Gewinn von 2,9 Mill. DM erzielt worden war.

Die Aussichten für die zweite Jahreshälfte 1999/2000 hätten sich deutlich verbessert, teilte Escada weiter mit. Daher habe sich der Vorstand entschlossen, den außerordentlichen Aufwand bereits jetzt zu verbuchen. Allein 17 Mill. DM beträfen Abschreibungen auf Forderungen, 13 Mill. DM entfielen auf Garantieleistungen für die abgestoßene Tochter Kurt Neumann GmbH & Co., und zehn Mill. DM hätten Strukturmaßnahmen bei der Tochter Kemper gekostet.

Escada will nach Angaben von Vorstandschef Wolfgang Ley künftig nur noch unter der eigenen Marke und unter dem Label "Laurel" auftreten. Alle anderen Marken sollen verkauft oder an die Börse gebracht werden. Nach den Abschreibungen könnten die einzelnen Bereiche ihre Renditeziele schneller erreichen, hieß es.

Das operative Ergebnis (Ebit) stieg nach Escada-Angaben im ersten Halbjahr um 10,5 % auf 16,9 (15,3) Mill. DM. Es habe damit über den Planungen gelegen. Das Vorjahresergebnis sei durch Sondereffekte begünstigt gewesen. Für das ganze Jahr hält Escada mit Blick auf die Auftragslage weiter einen zweistelligen Ebit-Anstieg für möglich. Das Ergebnis vor Steuern, das Escada zuletzt noch auf 30 Mill. DM veranschlagt hatte, werde von den Sonderaufwendungen belastet, aber noch positiv ausfallen. Die Dividende soll davon unbeeinflusst bleiben. Für die Escada - Produktlinie liegt der Auftragsbestand für den Winter 2000/01 den Angaben zufolge um 15 %, für Laurèl um vier Prozent und für den Börsenkandidaten Primera AG um zehn Prozent über Vorjahr.



Umsatzzuwächse nur in Nordamerika und Asien

Umsatzzuwächse verbuchte Escada im ersten Halbjahr vor allem in Nordamerika und Asien. In Deutschland ging das Volumen durch den Verkauf von Neumann auf 148,5 (190,0) Mill. DM zurück. Zuwächse von 21 % auf 199,4 Mill. DM in Nordamerika und von 51 % auf 96,6 Mill. DM in Asien kompensierten den Rückgang. Insgesamt stieg der Konzernumsatz um 1,9 %. Der Umsatz der Kernmarke Escada stieg um 15 % auf 499,2 (433,4) Mill. DM, jener von Laurel sei dagegen planmäßig um neun Prozent auf 64,4 (70,9) Mill. DM gesunken. Mit Escada verdiente der Konzern operativ 19,6 (19,4) Mill. DM, Laurel schrieb mit 1,2 (1,2) Mill. DM ebenfalls schwarze Zahlen. Primera erwirtschaftete ein Ebit von 7,3 (5,6) Mill. DM.

Für die geplante Lizenzstrategie hat Escada nun nach der Brillenlizenz zwei weitere Verträge abgeschlossen. Die Ratti- Gruppe aus Como liefere ab November Damentücher, Schals und Herrenkrawatten unter der Marke Escada, die Huber-Gruppe ("Hanro") von Juli 2001 Escada-Tag - und Nachtwäsche.

Der Kurs der Escada-Stammaktien legte am Dienstag im frühen Geschäft um 0,9 % auf 131,12 Euro zu, die Vorzüge verloren 0,5 % auf 110,57 Euro. In der vergangenen Woche hatte Escada angekündigt, eigene Aktien zurückzukaufen. Die Aktie werde als unterbewertet angesehen, hieß es.

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