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31.01.2003

08:31 Uhr

Modekonzerne sehen Licht am Ende des Tunnels

Bulgari macht der Luxusbranche Hoffnung

VonMarcello Berni

Die guten Ergebnisse des Schmuckkonzerns Bulgari machen der gesamten Branche Hoffnung auf eine Besserung des Konsumklimas. Auch auf der Mailänder Modewoche hat sich die Stimmung aufgehellt.

MAILAND. Positive Signale für die stark gebeutelte Luxusgüterbranche hat gestern der römische Schmuckkonzern Bulgari ausgesendet. Im vierten Quartal hat das Unternehmen seinen Umsatz um 13 % auf 255 Mill. Euro gesteigert. "Die Nachfrage ist bereits ab September außerordentlich dynamisch verlaufen, hinzugekommen ist ein gutes Weihnachtsgeschäft," sagte Vorstandschef Francesco Trapani im Gespräch mit dem Handelsblatt. Für die Zukunft stimmt ihn das zuletzt starke Wachstum in Japan (+27 %) und Amerika (+21 %) zumindest vorsichtig optimistisch. In Deutschland hat Bulgari dagegen weniger verkauft (-5 %). "Die Situation bleibt schwierig, es gibt aber Anzeichen für eine Erholung in diesem Jahr." Vieles werde jedoch davon anhängen, welche Dimensionen und Dauer ein möglicher Krieg im Irak haben wird. "Wenn es sich um einen schnellen, gezielten Einsatz handeln wird, sehe ich keine negativen Folgen voraus; anders sieht es aus, wenn der Konflikt länger dauern sollte," so Trapani.

Bulgari, der nach Tiffany und Cartier weltweit drittgrößte Hersteller von Juwelierwaren, nährt mit seiner vorläufigen Bilanz Hoffnungen auf eine Verbesserung des globalen Konsumklimas. Eine im Vergleich zum Vorjahr bessere Stimmung war bereits auf der Mailänder Modewoche festzustellen, die vor wenigen Tagen zu Ende gegangen ist.

Giorgio Armani, fünftgrößter Luxusgüterkonzern der Welt, hat 2002 über ein 2,3 %iges Umsatzplus auf 1,3 Mrd. Euro berichtet und geht auch 2003 entgegen allen politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten von einem steigenden Geschäftsvolumen sowie höheren Erträgen aus. Der börsennotierte Schuh- und Bekleidungskonzern Tod?s hat 2002 seinen Umsatz um 12,5 % auf 358 Mill. Euro vor allem dank einer guten Entwicklung im letzten Quartal gesteigert.

Wegen des Endspurts im Herbst und Winter ist bei Bulgari das Geschäftsvolumen auch im Gesamtjahr auf 773 Mill. Euro (+1 %) leicht gestiegen. "Wir haben die Preise halten können und die Kosten teilweise erheblich gesenkt. Daher rechne ich auch mit einem höheren Gewinn als im Vorjahr," sagt Trapani. 2001 betrug das Nettoergebnis 68 Mill. Euro.

Wie alle Konkurrenten hat auch der römische Juwelier seine Marketingaufwendungen drastisch zurückgefahren. Für Werbung und Kommunikation hat das börsennotierte Unternehmen 10 % seines Umsatzes ausgegeben; im Vorjahr waren es noch 13 %. Diese Investitionen sollen 2003 wegen einer neuen Kampagne aber wieder steigen.

Daneben investiert das Unternehmen in diesem Jahr verstärkt in neue Produkte und weitere Boutiquen. Trapani: "Bezüglich der Vertriebskanäle ist es heute nicht mehr so wichtig wie früher, viele eigene Geschäfte zu eröffnen, sondern eher selektiv neue Standorte zu wählen und die bestehenden zu verbessern." So hat Bulgari vor kurzem in Hong-Kong und Zürich Geschäfte eröffnet und die Boutique an der Ginza in Tokio umgebaut. Insgesamt betreibt das Unternehmen 185 eigene Geschäfte - 2000 waren es erst 115. Immer unabhängiger wird der Konzern von den Reisenden. Bis vor zwei Jahren waren Touristen - vor allem japanische - die interessanteste Klientel. Mittlerweile ist ihr Anteil auf unter 15 % zurückgegangen.

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