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24.01.2003

12:43 Uhr

Modenschau zeigt Kleidung von Morgen

Computer auf der Haut

Vom Kopfhörerbügel ragt ein Gestell vor das rechte Auge, an dem ein winziger Computerbildschirm montiert ist. Die Tastatur ist mit einem Klettverschluss an den linken Arm gebunden, und aus einem breiten Hüftgürtel ragen allerlei Drähte und Kabel hervor. Die Trägerin und Modedesignerin Sylke Mikolajczak erinnert an ein Cybergirl aus einer japanischen Comicserie. Doch so futuristisch der tragbare Computer "Xybernaut" der gleichnamigen US-Firma auch aussieht - er ist Realität und für rund 7 000 Euro zu kaufen.

HB/dpa PADERBORN. "Der Xybernaut ist gedacht für Menschen, die unterwegs mit dem Computer arbeiten müssen, etwa Bauleiter oder Lagerarbeiter", erklärt die 35-Jährige, die für das Paderborner Heinz Nixdorf MuseumsForum (HNF) eine ungewöhnliche Modenschau zusammengestellt hat. Zwölf Models präsentieren am Sonntag (26. Januar) Hightech-Kleidung: Jacken mit eingenähten Computern und Minidisc-Spielern, Hosen mit integrierten Mobiltelefonen oder Stoffe, die sich von selbst an das Wetter anpassen.

Manches davon lässt sich schon kaufen, beispielsweise eine Sportjacke mit aufblasbaren Luftkammern. Wem zu kalt wird, der legt sich damit schnell eine zusätzliche Isolierschicht zu. Die Notärzte der Universitätsklinik Regensburg tragen bereits eine Weste, die mit Mikrofon, Computer und einer Sendeeinheit verbunden ist. Der Arzt kann die Patientendaten schon am Ort diktieren und sie direkt in die Notaufnahme senden.

Die Eidgenössisch-Technische Hochschule Zürich hat ein Armband entwickelt, das Blutdruck und Temperatur erfasst und in kritischen Fällen gleich an das Krankenhaus übermittelt. Als "ideal für Skifahrer" beschreibt die Designerin eine Art Kragen mit Mobiltelefon, das sich über einen kleinen Griff einschalten lässt. Gewählt wird mit Spracherkennung.

Die vom Bochumer Klaus-Steilmann-Institut entwickelte "Smart Wear Weste" mit Taschencomputer und Sendeeinheit wurde schon von Journalisten bei der Deutschen Leichtathletik-Meisterschaft in Wattenscheid getestet. "Denkbar ist, dass die Fans während der Fußballweltmeisterschaft 2006 mit einer solchen Weste in den Stadien die Ergebnisse der anderen Spiele erhalten", sagt Norbert Ryska, der Geschäftsführer des MuseumsForums.

Einen ernsteren Hintergrund hat die vom selben Institut entwickelte Kinderkleidung mit SOS-System. Wenn ein Kind in eine Notsituation kommt, kann es mit einem Klettverschluss einen Sender aktivieren, der die Eltern auf dem Mobiltelefon benachrichtigt.

Purer Luxus ist schließlich das "Joy Dress" der römischen Designerin Alexandra Fede: In dem eleganten violetten Abendkleid sind Vibrationsflächen eingearbeitet, die auf Knopfdruck den Rücken der Trägerin massieren - und auf diese Weise lange Stehpartys erträglicher machen sollen.

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