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24.05.2000

15:23 Uhr

Reuters FRANKFURT. Erste Daten aus den Bundesländern deuten in Deutschland nach Einschätzung von Analysten auf eine moderate Inflationsentwicklung im Mai hin. Allerdings rechnen die Experten, dass steigende Ölpreise und der schwache Euro im Juni wieder zu einer etwas höheren Inflationsrate führen wird. In Bayern und Hessen sanken die Verbraucherpreise im Mai nach Angaben der Statistischen Landesämter zum Vormonat um 0,1 %. Im Jahresabstand betrug die Teuerung in Bayern 1,3 und in Hessen 1,5 %. Für Nordrhein-Westfalen und Brandenburg blieben die Preise zum Vormonat unverändert und legten zum Vorjahr um 1,7 % beziehungsweise 1,4 % zu.

Zusammen mit den Daten für Baden-Württemberg, wo die Preise zum Vormonat unverändert blieben und im Jahresabstand um 1,8 (1,7) Prozent zulegten, und denen für Sachsen werden die vorläufigen Daten für Gesamtdeutschland kalkuliert. Volkswirte rechnen hier jetzt mit einem unveränderten Wert im Monatsvergleich und wie schon im April mit einer Jahresteuerung von rund 1,5 %. Ursprünglich waren Steigerungen von 0,1 % beziehungsweise 1,6 % erwartet worden.

"Die bisherigen Daten liegen deutlich unter unseren Erwartungen und sind eine positive Überraschung. Für die Jahresteuerung im Mai erwarten wir jetzt höchsten 1,5 %", sagte Stefan Bergheim von Merrill Lynch in Frankfurt.

Hauptverantwortlich für die moderate Preisentwicklung seien rückläufige Preise für Pauschalreisen, eine günstige Entwicklung der Nahrungsmittelpreise sowie noch relativ niedrige Benzinkosten. Doch zumindest die Benzinpreise dürften im Juni ansteigen und die Verbraucherpreise wieder nach oben drücken.

"Gestiegenen Rohölpreise und der schwache Euro waren Preistreiber im Mai, was sich jedoch noch nicht in höheren Spritpreisen niedergeschlagen hat. Das dürfte sich im Juni aber ändern", sagte Harald Finger von der Deutschen Bank.

Petra Köhler von der Dresdner Bank geht davon aus, dass die Jahresteuerung in Deutschland und der Euro-Zone bereits im März ihren Höhepunkt erreicht hatte und sich im Jahresverlauf beruhigen wird. "In der Euro-Zone wird sich die Jahresteuerung weiter klar unter zwei Prozent bewegen. Damit sind die Inflationsperspektiven günstig", sagte Köhler. Um zu einer neutralen Geldpolitik zurück zu kehren, dürfte die EZB im Juni trotzdem die Leitzinsen um 25 Basispunkte erhöhen, fügte sie hinzu.

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