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07.07.2000

16:06 Uhr

Monopolstellung in der Digital-Kabelindustrie verhindert

EU-Wettbewerbsbehörde durchkreuzt Microsoft-Einstieg in Großbritannien

Die Brüsseler Wettbewerbsbehörde hat die Absicht des US-Softwaregiganten Microsoft durchkreuzt, mit der AT&T-Tochter Liberty Media den britischen Kabelnetzbetreiber Telewest zu kontrollieren. Microsoft wolle nur noch einen Minderheitsanteil an Telewest Communications plc halten, teilte die EU-Kommission am Freitag in Brüssel mit.

dpa BRÜSSEL. Microsoft ging damit rund zwei Wochen vor Ablauf der offiziellen Untersuchungsfrist von sich aus auf schwer wiegende Brüsseler Wettbewerbsbedenken ein. Die EU-Wettbewerbshüter interessierten sich besonders für die Software für digitale Set-Top-Boxen.

Brüssel befürchtete, dass die bereits bestehende dominante Stellung von Telewest als ausschließlicher Anbieter von Kabeldienstleistungen innerhalb seines Lizenzraumes noch verstärkt werde. Bei einer Kontrolle von Telewest hätte Microsoft die Weichen für die Technik in der Digital-Kabelindustrie in Großbritannien stellen können, schrieb die Kommission.

Microsoft will laut Kommission einen Anteil von 23,7 % an Telewest behalten, aber alle wesentlichen Kontrollrechte über das Unternehmen aufgeben. Engere Verbindungen mit der Tochter des US- Telekommunikationskonzerns AT&T, Liberty Media, solle es ebenfalls nicht geben. Laut Kommission fällt der künftige Minderheitsanteil von Microsoft nicht mehr unter die EU-Wettbewerbkontrolle und müsse deshalb auch nicht mehr in Brüssel überprüft werden.

Microsoft ist auch in anderen Fällen in das Visier der Brüsseler Wettbewerbshüter geraten. Die Behörde prüft Informationen, wonach die Bündelung von verschiedenen Varianten des Betriebssystems Windows 2000 im Gegensatz zu den EU-Wettbewerbsbestimmungen steht. Daneben wird auch die Preispolitik des Konzerns in einem wieder aufgenommenen Fall geprüft.

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