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03.01.2003

16:56 Uhr

Montag ist der "Entscheidungstag"

Es gibt Anzeichen für eine gute Woche

Sollte der erste Börsentag des Jahres 2003 repräsentativ für die kommenden Monate sein, wäre mit einem fulminanten Jahresverlauf zu rechnen. Doch so leicht macht es die Börse nie: Makler verweisen darum auf den kommenden Montag.

vwd FRANKFURT. Er sei der eigentliche "Entscheidungstag" für die nähere Zukunft im Dax. Erst ab Montag seien auch wirklich alle institutionellen Anleger aus Urlaub und Feiertag zurück am Markt. Nur wenn alle Bücher wieder offen seien, könne von der folgenden Kursentwicklung eine Indikation auf den Wochen- und Monatsverlauf abgeleitet werden.

Für diese "Montags-Theorie" spreche der Handelsverlauf der ersten Januarwoche. Er habe die typischen Kaufmuster einer Rally gezeigt, die entstehe, weil "man nichts verpassen wolle": Nur geringe Direktkäufe in Aktien, hohe Umsätze dagegen in den Terminkontrakten auf den Dax. Um dabei zu sein, kauften große Fonds zuerst den ganzen Dax. Im Notfall komme man schließlich schnell hinaus aus diesem Vehikel, heißt es. Erst später werde direkt in Aktien umgeschichtet. Sollte die Umschichtung kommen, stehe einem festen Januar nichts mehr im Wege. Hoffnungen dafür wecke der Freitag: Hier habe man erstmals von hoher Nachfrage in europäischen Standardwerten berichten können.

Die Chance auf eine feste Woche stehen gut: Selbst langfristig orientierte Charttechniker wechseln schleichend ins Lager der Bullen. So wiesen die Analysten der Bayerischen Landesbank schon zum Jahresende auf eine mögliche Bärenfalle in den amerikanischen Leitindizes hin. Da das Signal von der langfristig orientierten Dow-Theorie komme, könnte auch eine längerfristige Investmentchance folgen. Tatsächlich bestätigen die Analysten von FirstFive, dass große Vermögensverwalter zum ersten Mal seit einem Jahr ihren US-Aktien-Anteil aufstocken.

Ein Rest von Skepsis findet sich bei populären Fondsmanagern wie Jens Ehrhardt: Zwar rechnet er bis ins Frühjahr mit bis zu 15 Prozent Kursgewinn, ordnet sie aber dennoch als Bärenmarktrally ein. Andere Analysten sehen eine Gefahr, die "einfach in der Schnelligkeit der Märkte besteht". In einer Analystenumfrage hatte die "Welt" am Donnerstag eine durchschnittliche Jahresprognose von plus 34 % im Dax veröffentlicht. "Das kann man auf sechs feste Tage verteilen", kommentiert ein anderer Analyst. Wohin also mit dem Rest des Jahres?

Die Gefahr bestehe in einer "zu schnellen Abwicklung des gesamten Erholungspotenzials". Für Späteinsteiger bleibe dann nicht mehr viel. In Aktien wie Infineon, SAP und Allianz mache man Bewegungen innerhalb eines Tages aus, für die früher eine Woche benötigt worden sei. Das kurzfristige Potenzial sei per Freitag mit 3 100 Punkten im Dax schon wieder ausgereizt.

Vielleicht ergeben sich neue Impulse aus den Konjunktur-Terminen der kommenden Woche: Den Reigen eröffnet am Montag der ISM-Index für das Nicht-Verarbeitende Gewerbe. Hier besteht die Hoffnung, dass der Dienstleistungs-"Bruder" genauso gut ausfällt wie der ISM für das Verarbeitende Gewerbe am Donnerstag. Der Geschäftsklima-Index der Eurozone im Dezember werde am Dienstag dann wohl eher die Stimmung verderben. Mit einer sehr positiver Entwicklung rechnen Händler bei den Autowerten: Am Sonntag beginnt die International Auto Show in Detroit. Sie werde Autos in den Blickpunkt des Interesses rücken, heißt es. Gleichzeitig berichtet der Verband der deutschen Automobilhersteller VDA über die Stärke der Marktposition von deutschen Herstellern in den USA.

Weniger spektakulär fallen die Termine in Dax und MDax aus: RWE gibt am Mittwoch die vorläufigen Geschäftszahlen 2002 bekannt. Hier liege nach den umfangreichen Revision per Mitte Dezember kein Potenzial für Überraschungen, heißt es. Allein entscheidend für den Kurs sei der Ausblick für 2003. Für Konsumwerte interessant wird der Donnerstag: Metro und Douglas bringen ihre vorläufigen Umsätze für 2002 heraus. Nach den massiven Rabatten im Weihnachtsgeschäft werden die Umsatzziele wohl erreicht, sagen Händer. Eher kursbelastend werde die Erkenntnis sein, wie sich der Schnäppchen-Monat auf die Gewinnmargen ausgewirkt habe.

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