Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.04.2003

08:27 Uhr

Münchener Sportkanal erlebt Umsatzeinbruch

Bieterkampf um Sportfernsehen vor dem Ende

Karstadt-Quelle und EM.TV rechnen sich die größten Chancen aus. Die Ungewissheit macht dem Sportkanal derweil zu schaffen: Der Umsatz sinkt.

hps/jojo DÜSSELDORF/MÜNCHEN. Der Bieterwettbewerb für das verlustreiche Deutsche Sportfernsehen (DSF) steht vor dem Ende. In Investorenkreisen wird mit einer Entscheidung innerhalb der nächsten zwei Wochen gerechnet. Eigentlich sollte der Verkauf bereits im Februar über die Bühne gehen. "Der Verkaufsprozess zieht sich wie Kaugummi", hieß es bei dem Münchener Sender, der zu 100 % im Besitz der insolventen Kirch Media ist.

Die Unsicherheit macht dem Sportkanal schwer zu schaffen. "Wir liegen in den ersten drei Monaten zehn Prozent unter dem Umsatz vom vergangenen Jahr", hieß es in Firmenkreisen. Das DSF schreibt seit seiner Gründung vor zehn Jahren rote Zahlen. "Die Not des DSF wird von Tag zu Tag größer", sagte ein Bewerber. Senderchef Stefan Ziffzer hat sich für 2003 zum Ziel gesetzt, den Kanal aus der Verlustzone zu bringen. Dass ihm dies gelingen wird, bezweifeln Investoren.

Derzeit bieten drei Investorengruppen für das DSF, die bereits Angebote abgegeben haben: Der Essener Handelskonzern Karstadt-Quelle zusammen mit dem Filmrechteunternehmen EM.TV und dem Metro-Manager Hans-Dieter Cleven, der skandinavische Medienkonzern Modern Times sowie der Sportkanal Eurosport, eine Tochter des französischen Fernsehkonzerns TF1. Ziffzer selbst hat mit dem US-Wagniskapitalgeber Hudson noch kein Angebot vorgelegt.

Karstadt und EM.TV rechnen sich in dem seit Monaten laufenden Bieterwettbewerb die größten Chancen aus. Über die genaue Aufteilung der Anteile des Konsortiums wollten die beiden Unternehmen nichts sagen. Ein Insider sagte: "Karstadt wird sich nicht mit der Rolle eines Juniorpartners zufrieden geben." Klar ist offenbar, dass Cleven nur Minderheitsgesellschafter wird. EM.TV, das auch die Merchandisingrechte für die Fußball-WM 2006 hält, arbeitet bereits eng mit Karstadt-Quelle zusammen. Völlig unklar ist allerdings, wie das hoch defizitäre Unternehmen den Einstieg finanzieren will. Immerhin: Die Bietergruppe besitzt mit Vorstandschef Werner Klatten (früher Sat 1-Chef) und Vorstandsmitglied Rainer Hüther (früher DSF-Chef) die notwendige TV-Managementerfahrung. Interessent Robert Louis-Dreyfuss, früher Chef des Sportartikelherstellers Adidas und Gesellschafter des Sportrechtehändlers Infront Sport AG, -Media ist mittlerweile abgesprungen, bestätigten Insider.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×