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17.01.2001

15:42 Uhr

ddp BERLIN. Schnellere Prozessoren für Computer sollen den lahmenden Absatz der Chip-Hersteller ankurbeln. Die Großen der Branche - allen voran Intel, aber auch AMD und der PowerPC-Spezialist Motorola - leiden unter schwächeren Verkäufen der PC-Hersteller. So erwartet Intel für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres 15 Prozent weniger Umsatz als im vorangegangenen Quartal. Der Marktführer will nun Produktion und Absatz des Spitzenmodells Pentium IV deutlich steigern. Plante Intel bislang im Jahr 2002 erstmals mehr Prozessoren der neuen Generation als vom Vorläufer Pentium III abzusetzen, soll es nun schon im laufenden Jahr so weit sein. Der Finanzvorstand des Unternehmens, Andy Bryant, kündigte am Dienstagabend in einer Telefonkonferenz zudem verstärkte Anstrengungen für Forschung und Entwicklung an. So wolle Intel seine Investitionen von 3,9 Milliarden US-Dollar auf 4,3 Milliarden Dollar anheben.

Die Produktoffensive dürfte jedoch ihren Preis haben. So verkaufte Intel nach Informationen des Branchendienstes ZDNet im Jahr 2000 nur einige tausend Pentium-IV-Chips gegenüber 20 Millionen Prozessoren des Vorgängermodells. Um die geplante Absatzsteigerung zu schaffen, werde Intel daher die Preise für das neue Modell deutlich senken müssen. In Testberichten der Fachpresse war der Pentium IV als zu teuer im Vergleich zur gebotenen Leistung kritisiert worden.

Aber auch bei anderen Herstellern wächst der Druck, schnellere Prozessoren zu niedrigeren Preisen anzubieten. So stellte Motorola, Hauslieferant des Computerherstellers Apple, in der vergangenen Woche einen schnelleren PowerPC-Chip vor. Apple teilte bereits im Vorfeld der für Mittwochabend angekündigten Unternehmenszahlen mit, im Oktober und November deutlich weniger Computer abgesetzt zu haben als erwartet. In der Folge senkte Apple die Preise für seine Rechner drastisch, um bei den Händlern Platz für die neuen, schnelleren Geräte zu schaffen. Das Unternehmen kündigte für das am 31. Dezember 2000 abgelaufene Quartal einen Verlust von 225 bis 250 Millionen US-Dollar an, will aber bereits im laufenden Quartal wieder die Gewinnzone erreichen.

Intels schärfster Konkurrent AMD wird ebenfalls am Mittwoch Zahlen für das abgelaufene Quartal vorlegen. Das Unternehmen hatte bereits angekündigt, statt der erwarteten acht bis neun Millionen Prozessoren lediglich etwas mehr als 6,8 Millionen ausgeliefert zu haben. Allerdings sei die Absatzschwäche nur vorübergehender Natur, wie AMD im Dezember betonte. Unterdessen arbeitet auch AMD mit Hochdruck an der Einführung schnellerer Chips als Nachfolger für den aktuellen Athlon-Prozessor. Am Dienstag stellte AMD bereits eine Entwickler-Software unter dem Codenamen «VirtuHammer» für die neue 64-Bit-Prozessorengeneration vor, die in der ersten Jahreshälfte 2002 auf den Markt kommen soll.

Prozessorhersteller im Internet unter www.intel.de, www.amd.com und www.motorola.com.

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