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24.04.2003

13:41 Uhr

Multiple-Sklerose-Medikament bringt Wachstum

F&E-Ausgaben drücken Serono-Gewinn

Der Reingewinn des Schweizer Biotechnologiekonzerns Serono ist im ersten Quartal 2003 um 13,4 Prozent auf 60,2 Millionen Dollar und damit stärker als von Analysten erwartet gesunken. Belastet wurde das Ergebnis laut Angaben vom Donnerstag von höheren Forschungs- und Lizenzaufwendungen.

Reuters GENF. Für das Gesamtjahr rechnet Serono mit einem Umsatz- und Reingewinnanstieg von 15 bis 20 Prozent und bekräftigte damit frühere Prognosen. Bei Analysten hieß es, dass die Ertragsziele nach dem schwachen Quartalsergebnis eine Herausforderung darstellten. Sie hatten im Durchschnitt mit einem Quartalsgewinn von 76 Millionen Dollar gerechnet.

An der Börse sanken die Serono-Aktien bis gegen 11.45 Uhr um drei Prozent auf 713 Schweizer Franken (sfr). Der Gesamtmarkt notierte 0,2 Prozent fester und der DJ StoxxHealthcare-Index tendierte 0,2 Prozent leichter. Analysten verwiesen auf die höheren Lizenzaufwendungen und die anscheinend schwierigere Marktdurchdringung von Seronos Top-Medikament Rebif im wichtigen US-Markt; dessen Wachstum hat sich dort gegenüber dem Vorquartal deutlich verlangsamt.

Der Konzernumsatz von Serono wuchs in den ersten drei Monaten auch dank Produktzukäufen um 29,4 Prozent auf 442,4 Millionen Dollar und entwickelte sich damit im Rahmen der Erwartungen. Die Produktverkäufe legten um 30,1 Prozent auf 407,8 Millionen Dollar zu.

Mit dem Multiple Sklerose-Medikament Rebif setzte Serono 175,2 Millionen Dollar um oder 52,0 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode. In den USA, wo das Präparat erst Mitte März des Vorjahres lanciert wurde, kam Rebif auf einen Erlös von 40,3 Millionen Dollar, womit sich das Wachstum im wichtigsten Pharmamarkt der Welt markant verlangsamte; es betrug gegenüber dem Vorquartal noch 16,1 Prozent nach 92,8 Prozent im vierten Quartal 2002.

Serono-Finanzchef Allan Shaw sagte, dass er mit den Analystenprognosen für die Rebif-Verkäufe im Gesamtjahr bequem leben könne. Experten rechnen 2003 mit 200 bis 220 Millionen Dollar US- und 700 bis 750 Millionen Dollar Gesamtumsatz für das Medikament. Laut Shaw soll Rebif 2006 einen US-Marktanteil von 30 Prozent erreichen. Ende März betrug er elf Prozent.

2002 hatte Serono mit Rebif insgesamt 548,8 Millionen Dollar und davon 71,2 Millionen Dollar in den USA umgesetzt. Das Medikament wird in den USA zusammen mit Pfizer vertrieben. Vor allem dank Rebif will Serono in diesem Jahr wieder an das in früheren Jahren erzielte Wachstumstempo anschließen.

Belastet wurde das Quartalsergebnis von Meilensteinzahlungen für das von Genentech herein lizenzierte Psoriasis-Medikament Raptiva in Höhe von 25 Millionen Dollar. Dadurch schnellten die Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf 127,9 (Vorjahresperiode 75,6) Millionen Dollar oder 28,9 (22,1) Prozent des Umsatzes nach oben. Finanzchef Shaw sieht auf fortlaufender Basis F&E-Ausgaben von rund 25 Prozent der Produktverkäufe.

Shaw sagte weiter, Schätzungen, dass Serono für das Ende 2002 von Amgen übernommene MS-Präparat Novantrone Lizenzgebühren von über 60 Millionen Dollar zahle, seien "vernünftig".

Die im ersten Quartal erzielte Bruttogewinnmarge von 84,6 Prozent bezeichnete der Finanzchef als nachhaltig.

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