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23.01.2008

10:54 Uhr

M&A

Manager kaufen am liebsten zu Hause

VonDieter Fockenbrock

Laut einer Umfrage in den Chefetagen der Großkonzerne wollen sich Manager wieder mehr auf ihre Heimatmärkte konzentrieren - vor allem wenn es um Zukäufe geht. Zwar erlebt das M&A-Geschäft im Moment durch die Angst vor einem Wirtschaftsabschwung einen Durchhänger. Doch die Unternehmen haben mehr als genug Cash in den Büchern - und das will investiert werden.

Viel Cash in den Büchern: Großkonzerne suchen nach geeigneten Übernahmeobjekten. Grafik: handelsblatt.com

Viel Cash in den Büchern: Großkonzerne suchen nach geeigneten Übernahmeobjekten. Grafik: handelsblatt.com

DAVOS. Die Manager der führenden Unternehmen der Welt konzentrieren sich derzeit verstärkt auf ihre Heimatmärkte. Sowohl Ziele für Übernahmen als auch Wachstumschancen werden nach Jahren stetiger Globalisierung vor allem in den Regionen gesucht, in denen sich die Manager auskennen. Dies zeigt eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers (PwC).

"Die Unternehmen konzentrieren sich derzeit auf das beherrschbare Umfeld", kommentiert Studienautor Markus Neuhaus von PwC die Ergebnisse. Neuhaus erwartet aber schon in absehbarer Zeit ein wieder kräftig anziehendes globales M&A-Geschäft . "Es gibt gewaltige Geldtöpfe, die auf Investment warten", sagte Neuhaus dem Handelsblatt in Davos. Knapp drei Viertel der Unternehmer aus dem Asien-Pazifik-Raum suchen laut PwC-Umfrage nach Übernahmeobjekten in ihrer Region, Westeuropäer immerhin noch zu 55 Prozent während nordamerikanische Manager die Hälfte ihre Budgets für Zukäufe in ihrer Region investieren wollen.

Hintergrund dieser regionalen Orientierung ist nach Einschätzung von Neuhaus aber nicht nur die Einsicht, mit den Kulturen der übernommenen Unternehmen besser klar zu kommen. Auch die Finanzierungprobleme bei ganz großen Deals über 500 Millionen Dollar spielten eine Rolle. "Milliarden-Transaktionen sind deutlich zurückgegangen weil die Banken keine Finanzierungssyndikate auf die Beine stellen konnten." Für Neuhaus schlägt jetzt "die Stunde der Corporate Finance".

Es habe in der Geschichte noch nie so viel Cash in den Büchern der Unternehmen gegeben wie heute. Deshalb werde es allenfalls einen kleinen Durchhänger bei Fusionen und Übernahmen geben. Verstärken werde sich noch der Ost-West-Trend. Womit Neuhaus nicht nur den Zukauf europäischer Technologiefirmen - beispielsweise durch Inder - sondern auch das wachsende Engagement Chinas in Afrika zur Absicherung der Rohstoffquellen meint. Die vorübergehende Renaissance der regionalen Perspektive spielt offenbar auch bei der Einschätzung der Geschäftslage eine wesentliche Rolle.

"Wir beobachten zwei Welten", kommentierte PwC-Chef Samuel DiPiazza die Ergebnisse der Untersuchung. Diese zwei Welten zeigen sich vor allem bei den Managern aus entwickelten und aus aufstrebenden Nationen. So sind die CEOs in den Wachstumsmärkten Asiens, Osteuropas und Südamerikas deutlich optimistischer als ihre Kollegen aus den Industrienationen. Laut PwC-Befragung lässt die Kreditkrise auf dem amerikanischen Immobilienmarkt die Furcht vor einem Wirtschaftsabschwung weltweit wachsen. Negative Auswirkungen auf die Umsatzentwicklung des Jahres 2008 erwarten vor allem Unternehmen in Nordamerika und Westeuropa, während der Konjunkturoptimismus insbesondere in Asien weiter gestiegen ist.

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