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01.05.2003

19:10 Uhr

Mundel erhebt massive Vorwürfe

Köln gibt designierter Opernintendantin Laufpass

Die Stadt Köln will auf Barbara Mundel als künftige Opernintendantin verzichten und stattdessen den bisherigen Kölner Operndirektor Christoph Dammann mit der Leitung beauftragen.

HB/dpa LUZERN/KÖLN. Das berichtete die "Kölnische Rundschau" am Donnerstag. Mit der Benennung Dammanns könne die Stadt eine "erhebliche finanzielle Einsparung im Personaletat des Opernhauses umsetzen", zitierte die Zeitung Oberbürgermeister Fritz Schramma. Der Grund: Der freiwerdende Stellvertreter-Posten der Opernintendanz werde nach dem Personalwechsel nicht wieder neu besetzt. Der eingesparte Betrag wurde mit rund 100 000 ? angegeben.

Mundel, bis August 2004 Theaterchefin der Schweizer Stadt Luzern, sprach von einem "beispiellosen Vorgang". Sie wolle jede rechtliche Möglichkeit ausschöpfen, um den ihr entstandenen Schaden zu ersetzen, sagte Mundel am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

Mundel erhob massive Vorwürfe. Obwohl sie offiziell im Dezember 2002 als künftige Opernintendantin in der Domstadt berufen worden sei, habe ihr der Oberbürgermeister am 30. April telefonisch ohne Angabe von Gründen lediglich mitteilen lassen, sie sei "als Intendantin in Köln nicht mehr erwünscht". Mundel sollte, wie sie sagte, von der Spielzeit 2005/2006 an Opernintendantin der Bühnen der Stadt Köln werden. Alle Einzelheiten des Intendantenvertrages seien bereits vereinbart gewesen. Sie habe andere Angebote mit dem Hinweis auf ihre Berufung in Köln abgelehnt. "Ich bin aufs Äußerste schockiert und persönlich verletzt", sagte Mundel und kündigte, sofern Köln nicht einlenke, "alle gebotenen Rechtsmittel" an, "um einen Ersatz des bei mir entstandenen Schadens zu erreichen".

"Es gab zwar schon am vergangenen Montag und Dienstag Gerüchte in der Presse, dass ich eventuell zu links oder zu experimentell sei; jedoch hat es nie ein Gespräch zwischen mir und Fritz Schramma gegeben, und es gab vorher auch keinerlei Hinweise darauf, dass er nicht zu seinem Wort stehen würde", sagte Mundel. Weiter erklärte sie: "Natürlich hat es da hinter den Kulissen Intrigen gegeben, aber das ist ja normal und kommt überall vor. Die große Frage, die noch nicht geklärt war, betraf vor allem das Budget. Köln ist das Chaos pur und es kursieren ganz irrsinnige Sparvorschläge." Die "Kölnische Rundschau" zitierte Schramm mit den Worten, Köln brauche ab sofort eine starke, längerfristig planende Führungspersönlichkeit, die das Haus und seine Struktur bereits sehr gut kenne.

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