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20.01.2002

18:54 Uhr

Murdoch erwägt Übernahme

Bei Premiere ist Gewinn in Sicht

VonGEORG WEISHAUPT

Neue Hoffnung für das verlustreiche Bezahlfernsehen Premiere: Die Tochter der Kirch-Gruppe will bald die roten Zahlen hinter sich lassen.

DÜSSELDORF. "Bis Ende dieses Jahres können wir in die Nähe der Gewinnschwelle kommen", sagte Peter Mihatsch, Aufsichtsratschef von Premiere und Vorstandsmitglied der Kirch-Holding, dem Handelsblatt. Voraussetzung sei aber, dass die Kosten weiter gesenkt und die Zahl der Abonnenten deutlich gesteigert würden. Im vergangenen Jahr war die Zahl der Premiere-Kunden laut Mihatsch nur leicht um 200 000 auf knapp 2,5 Mill. gestiegen. Im Februar wird der frühere Pro-Sieben-Chef Georg Kofler den vakanten Chefsessel bei Premiere übernehmen.

Mihatsch setzt darauf, dass eine neue Generation von Empfangsgeräten dem Abo-Fernsehsender deutlich mehr Kunden beschert. "Im März werden verschiedene Hersteller neue Geräte in den Handel bringen", kündigte er an. Sie sollen zum Teil wie ein Fernseher einzeln verkauft werden. Andere sollen im Paket mit einem Premiere-Abo angeboten werden. Die Boxen würden zu einem "wirklich attraktiven Preis" angeboten, sagte Mihatsch. Nähere Angaben könne er noch nicht machen.

Mihatsch deutete aber an, dass mit dem neuen Angebot die bisherigen Monatsgebühren für ein Premiere-Abo sinken werden. Denn in den momentanen Abo-Preisen ist die monatliche Miete für das Leihgerät bereits enthalten. Derzeit kostet ein Super-Paket von Premiere bei einer Vertragsdauer von zwei Jahren pro Monat 35 Euro.

Unterdessen schließt der Medienunternehmer Rupert Murdoch eine Erhöhung seines 22 %-Anteils an Premiere oder eine komplette Übernahme nicht aus. "Wir sind offen für alle Optionen. Wenn wir unseren Anteil erhöhen, dann wollen wir auch das Management übernehmen", sagte Murdoch der "Welt am Sonntag". "Wir werden aber keine feindseligen Schritte unternehmen", fügte er hinzu. Ein Kirch-Sprecher wollte am Sonntag die Aussagen nicht kommentieren. Leo Kirch und Murdoch trafen sich am letzten Mittwoch in London zu einem vertraulichen Gespräch.

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