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05.02.2002

07:25 Uhr

Musharraf ruft erneut zum Dialog auf

Pakistan wirft Indien Staatsterrorismus vor

Im Kaschmir-Konflikt hat Pakistan Indien "Staatsterrorismus" und Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Der pakistanische Präsident Pervez Musharraf sagte am Dienstag, Indien sei dafür verantwortlich, wenn Menschen in Kaschmir gezwungen würden, gegen die indische Besetzung zu kämpfen. Er bekräftigte seinen Aufruf an Indien, den Kaschmir-Konflikt diplomatisch zu lösen.

Reuters ISLAMABAD. Indien hat Gesprächsangebote Pakistans wiederholt abgelehnt. Es fordert zuerst eine entschlossenes Vorgehen der Regierung in Islamabad gegen moslemische Rebellen im gemeinsamen Grenzgebiet. Wegen der jüngsten Spannungen haben Pakistan und Indien etwa eine Million Soldaten an der gemeinsamen Grenze zusammengezogen.

"Man kann von keinem Menschen mit Selbstrespekt erwarten, dass er ungerührt bleibt, während seine Familien und Freunde getötet, gefoltert und vergewaltigt werden, ihre Häuser niedergebrannt ... und sich Erniedrigung der schlimmsten Art und Weise als Mittel des Staatsterrorismus" häuft, erklärte Musharraf anlässlich des Kaschmir-Solidaritäts-Tages, einem pakistanischen Nationalfeiertag. Der Feiertag war in Islamabad durch Transparente gekennzeichnet, die "ndiens "Unmenschlichkeit in Kaschmir" anprangerten. Das Fernsehen strahlte Bilder aus, in denen angeblich von Indien in Kaschmir getötete Zivilisten gezeigt wurden.

Musharraf, der am Dienstag in den pakistanischen Teil Kaschmirs reisen wollte, rief später Indien erneut zum Dialog auf. "Wir haben wiederholt gesagt, dass Pakistan spannungsfreie mit Indien will", sagte Musharraf. Daher fordere er die indische Regierung erneut zu direkten Verhandlungen auf.

Nach einem Anschlag auf das indische Bundesparlament im Dezember hatten sich die Beziehungen zwischen beiden Ländern weiter verschlechtert. Indien macht kaschmirische Separatisten für den Anschlag verantwortlich und wirft Pakistan vor diese zu unterstützen. Pakistan hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

Pakistan und Indien, die beide über Atomwaffen verfügen, haben seit ihrer Unabhängigkeit von Großbritannien 1947 dreimal Krieg gegeneinander geführt, davon zwei Mal um die geteilte Himalaya-Region Kaschmir. Indien, das mit dem Bundesstaat Jammu und Kaschmir rund 45 Prozent der umstrittenen Region beherrscht, sieht in Kaschmir einen integralen Bestandteil seines Landes. Pakistan besteht auf einer international überwachten Volksabstimmung über die Zukunft der überwiegend von Moslems bewohnten Region.

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