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17.07.2017

12:00 Uhr

Dax-Unternehmen und ihre Schulden

Vorsicht, Zinswende!

VonUlf Sommer

PremiumHochverschuldete Unternehmen und ihre Anleger müssen steigende Zinsen am meisten fürchten. Doch es gibt auch Gewinner: Konzerne mit mehr Cash als Verbindlichkeiten – und die Banken.

Seine Äußerungen zur Geldpolitik verunsichern Anleger. AP

EZB-Chef Mario Draghi

Seine Äußerungen zur Geldpolitik verunsichern Anleger.

DüsseldorfGezeitenwende an den Aktienmärkten: Seitdem Europas Notenbankchef Mario Draghi vor Studenten im malerischen portugiesischen Städtchen Sintra eine Straffung der Geldpolitik angedeutet hat, ist es mit der Ruhe vorbei. Die Kurse schwanken plötzlich sehr viel stärker als in den Monaten zuvor. Erst ging es steil abwärts, dann wieder aufwärts – und immer sind die Zinsen die Ursache.

Aus nachvollziehbarem Grund: Zwar rechnet kaum jemand in absehbarer Zeit mit steigenden Leitzinsen in der Euro-Zone. Deshalb stiegen zuletzt die Kurse. Aber allein die Möglichkeit einer Zinswende und der wahrscheinliche Ausstieg aus dem milliardenschweren Anleihekaufprogramm der EZB lässt viele Anleger umdenken. Deshalb fielen...

Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

17.07.2017, 14:02 Uhr

Sehr geehrter Herr Dr. Sommer,

Sie selbst sagen klipp und klar, dass die Zinsen auf absehbare Zeit nicht steigen werden. Sollen wir dessen ungeachtet uns wirklich heute schon Sorgen machen? Uns schon heute sorgen über Entwicklungen, die vielleicht in zwei oder drei Jahren auf uns zukommen(oder auch nicht)? Bei dieser skurillen Angstmacherei beteilige ich mich nicht.

Hinzu kommt, dass wir ohnehin nur sehr maßvolle Zinserhöhungen erwarten dürfen weil ansonsten die EU-Südländer ihre Schulden nicht mehr bedienen können. Statt einer "Zinswende" wird es allenfalls ein "Zinswendchen " geben. Ein "Zinswendchen, um das sich wahrscheinlich keiner schert.

Das dritte Argument: Nehmen wir als Beispiel die Schulden Deutschlands. Sie sind nicht sämtlich zum gleichen Zeitpunkt zurückzuzahlen. Manche haben eine Restlaufzeit von 30 Jahren, andere sind nach 10 oder 9 oder 8 usw. Jahren zurückzuzahlen. Steigen nun die Zinsen, verteuert sich nur die Refinanzierung der auslaufenen Schulden.Teurer wird somit jedes Jahr nur ein Bruchteil der Gesamtschulden.

Betrachten wir vor diesem Hintergrund das Argument, dass der DAX seit den 60er Jahren zwischen dem Zinstief und dem anschließeneden Zinshoch im Mittel 10 % verloren hat. Mag ja einst so gewesen sein. Aber heute? Einerseits werden wir das Zinstief auf absehbare Zeit wahrscheinlich überhaupt nicht verlassen. Andererseits wird das nachfolgende Hoch nur wenig über dem jahrelangen Tief liegen. Dass wir uns dewegen Sorgen machen sollen, halte ich für einen der 10 größten Anleger-Irrtümer des Herrn Dr. Sommer.

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