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16.09.2015

17:12 Uhr

BHF-Bank im Übernahmekampf

Kunden drohen mit dem Abschied

VonMichael Maisch, Thomas Hanke

PremiumDie Frankfurter BHF-Bank droht im Übernahmekampf schwere Schäden davonzutragen: Die Kunden drohen mit Abwanderung, die Mitarbeiter sind verunsichert und Headhunter der Konkurrenz machen Abwerbeangebote.

Der Großaktionär machte sehr deutlich, dass er den Rauswurf von Vorstandschef Björn Robens für einen Fehler hält – und legte ein Übernahmeangebot auf den Tisch. Reuters

Fosun-Chef Guo Guangchang

Der Großaktionär machte sehr deutlich, dass er den Rauswurf von Vorstandschef Björn Robens für einen Fehler hält – und legte ein Übernahmeangebot auf den Tisch.

Frankfurt, ParisSo etwas hat die deutsche Bankenszene noch nicht gesehen. In diesen Wochen hält eine waschechte feindliche Übernahme die Branche in Atem. Gegenstand der Auseinandersetzung ist die BHF-Bank. Was als Sommertheater über das traditionsreiche Bankhaus gestartet war, hat sich in ein veritables Drama verwandelt. Denn der harte Kampf zwischen dem chinesischen Großaktionär Fosun und der Mutterholding BHF Kleinwort Benson entwickelt sich zur monatelangen Hängepartie. Für die BHF-Bank wird das Ringen zur schweren Belastungsprobe, dabei berappelt sich das Institut gerade erst wieder.

Chronik – Die bewegte Geschichte der BHF-Bank

Umbauten

Kaum ein deutsches Geldhaus blickt auf eine so bewegte Geschichte wie die Frankfurter BHF-Bank. Zumindest wurde kein anderes Institut so oft umgebaut und weitergereicht wie sie.

1854

Die Frankfurter Bank wird gegründet, eine der Vorläuferinnen der BHF. Der früheren Notenbank der Freien Stadt Frankfurt verdankt das Geldhaus den letzten Buchstaben seines Namens. Die ersten beiden Lettern kommen von der seit 1856 bestehenden Berliner Handels-Gesellschaft, einem Spezialisten für das Emissionsgeschäft von Großunternehmen.

1970

Nach dem Zusammenschluss der beiden Häuser zur BHF-Bank steigt das Frankfurter Institut rasch zu einer der renommiertesten Finanzadressen der Republik auf. Auslandsfinanzierung und Devisenhandel, Emissionsgeschäft und Vermögensverwaltung sind ihr Metier.

1999

Die niederländische ING übernimmt die Mehrheit an der BHF. Die Bank expandiert im Kreditgeschäft – und fährt hohe Verluste ein. Die Folge: Der Eigentümer will die ungeliebte Tochter wieder loswerden.

2004

Das Bankhaus Sal. Oppenheim kauft große Teile des Frankfurter Instituts. Scheinbar eine Traumpartnerschaft, denn die Kölner ließen die BHF-Bank fast völlig eigenständig weiterlaufen. Zwei Spiegeleier, kein Rührei, so nannte das der damalige Sal.-Oppenheim-Chef Matthias Graf von Krockow.

2009

Allerdings geriet Sal. Oppenheim in der Finanzkrise in Not und musste von der Deutschen Bank aufgefangen werden. Der neue Eigentümer wollte die mit‧übernommene BHF-Bank schnell wieder loswerden. Eine quälend lange Hängepartie begann.

2014

Endlich findet sich ein Käufer für die Bank. Dreimal scheiterte der Verkauf am Einspruch der Finanzaufsicht. Zuerst holte sich die Liechtensteiner LGT Bank eine blutige Nase, dann wollte der Finanzinvestor RHJ die BHF kaufen. RHJ-Chef Lenny Fischer musste das Konsortium für die Übernahme aber gleich mehrfach umbauen, um den Ansprüchen der Aufseher zu genügen.

„Wir haben schon viel durchgemacht, aber so schlimm war es noch nie“, ist aus der Bank zu hören....

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