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11.09.2015

14:03 Uhr

Covestro, Scout 24 & Co.

Börsengänge bescheren Banken einen Geldregen

VonPeter Köhler, Robert Landgraf

PremiumFünf milliardenschwere Börsengänge werden allein in Deutschland bis Jahresende erwartet. 2015 ist deshalb auf dem Weg zu einem Superjahr und dürfte den Investmentbanken noch viel Geld in die Kasse spülen.

Banken profitieren von Firmen, die an die Börse wollen. Getty Images

Banken profitieren von Firmen, die an die Börse wollen.

FrankfurtEs ist ein Kunstname, der bei Investmentbankern die Dollarzeichen in den Augen leuchten lässt. Covestro steht für den größten Börsengang in Deutschland seit der Jahrtausendwende, und er könnte – zusammen mit weiteren Premieren auf dem Parkett – gut 220 Millionen Euro an Einnahmen in die Kassen der Investmentbanken spülen.

Bayer-Chef Marijn Dekkers hatte den Startschuss zunächst noch etwas umständlich angekündigt: „Wir haben den besten Weg für die Verselbstständigung des Material-Science-Geschäfts gesucht und sind zu der Überzeugung gelangt, dass ein IPO klare Vorteile sowohl für Bayer und Covestro als auch für die jeweiligen Stakeholder bietet.“

Diese fünf Börsengänge werden bis Jahresende erwartet

Covestro

Die Kunststoffsparte des Bayer-Konzerns plant mit einem Börsengang den Schritt in die Unabhängigkeit. Aus dem Bayer-Kreuz ist seit Anfang des Monats der Covestro-Kreis geworden. Der Börsengang für den Konzern mit einer Gesamtbewertung von rund zehn Milliarden Euro ist für das vierte Quartal geplant. Es geht um bis zu drei Milliarden Euro, wie Finanzkreise berichten. Damit dürfte Covestro die größte Aktienneuemission seit dem Jahr 2000 werden. Damals ging die Deutsche Post an die Börse. Covestro macht mit 12.000 Mitarbeitern zwölf Milliarden Euro Umsatz.

Scout 24

Die Internet-Kleinanzeigenbörse Scout 24 strebt noch im Herbst auf das Parkett. Das Angebot im Gesamtvolumen von bis zu einer Milliarde Euro soll die Ausgabe neuer Aktien aus einer Kapitalerhöhung und den Verkauf von Anteilen aus den Beständen der Altaktionäre umfassen. Die Finanzinvestoren Hellman Friedman sowie Blackstone halten ungefähr 67 Prozent der Anteile, die Deutsche Telekom hält 29 Prozent und das Management vier Prozent. Der Nettoerlös aus der Erstplatzierung soll mindestens 200 Millionen Euro betragen. Damit sollen die hohen Schulden reduziert werden.

Xella

Vor sieben Jahren wurden die Weichen gestellt. Im Rahmen seiner Strategie, sich mehr auf handelsnahe Geschäfte zu konzentrieren, verkaufte der damalige Haniel-Chef Eckhard Cordes die Xella-Gruppe an die beiden Finanzinvestoren PAI Partners und Goldman Sachs. Inzwischen gilt das Duisburger Unternehmen als Börsenkandidat, der noch in diesem Jahr den Kurszettel bereichern könnte. Dabei rechnen Investmentbanker damit, dass der Baustoffhersteller mit bis zu 2,5 Milliarden Euro bewertet werden könnte. Bekannte Marken sind Ytong und Hebel (Porenbeton).

Bombardier

Bombardier will bis zu 30 Prozent seiner Zugsparte in Frankfurt an die Börse bringen. Die Erstnotiz könnte noch im Herbst stattfinden, hieß es in Finanzkreisen. Der kanadische Konzern aus Montreal stellt Flugzeuge und Schienenverkehrstechnik her und ist in Toronto gelistet. In Deutschland waren die Waggonfabrik Talbot (1995), die Deutsche Waggonbau (1998) sowie Daimler-Chrysler Rail Systems (vormals Adtranz) im Jahr 2001 erworben worden. Das Emissionsvolumen wird auf gut eine Milliarde geschätzt, von der Bankenseite werden Citi und UBS den Börsengang betreuen.

Hapag-Lloyd

Die Container-Reederei Hapag-Lloyd nimmt ebenfalls Kurs auf die Börse. Noch im Herbst wird die Erstnotiz erwartet, allerdings hängt hier viel davon ab, ob sich die konjunkturelle Lage in China stabilisiert. Die Bewertung veranschlagten Finanzexperten zuletzt auf mehr als fünf Milliarden Euro. Die federführenden Konsortialbanken sind die Deutsche Bank, Goldman Sachs und das private Geldhaus Berenberg. Der Eigentümerkreis ist bunt gemischt: die südamerikanische Reederei CSAV (34 Prozent), die Stadt Hamburg (23), Klaus-Michael Kühne (21) und Tui mit 14 Prozent.

Unerwähnt blieb, dass...

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