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28.07.2017

06:03 Uhr

Die Lehren aus der Finanzkrise

Gier und Gutgläubigkeit

VonDaniel Schäfer

PremiumVor zehn Jahren nahm die Finanzkrise ihren Lauf. Mitverantwortlich dafür sind Topbanker wie Josef Ackermann. Doch dass es so weit kommen konnte, liegt auch am Versagen der Eliten. Ein Essay.

Einer der aggressivsten Spieler im globalen Finanzmonopoly. Paul Langrock/Zenit/laif

Zentrale der Deutschen Bank

Einer der aggressivsten Spieler im globalen Finanzmonopoly.

Es war geradezu hellsichtig: Am 26. August 2004 stand im britischen „Economist“ ein Artikel mit der Überschrift „A giant hedge fund“. Darin beschrieb der damalige Frankfurt-Korrespondent David Shirreff die Deutsche Bank als einen kolossalen Spekulanten, der sich in einer skrupellosen und mitunter sogar illegalen Jagd nach Rendite immer weiter von seinem Heimatmarkt und seinen Kunden entfernt. Und das alles zum Nutzen einer ebenso kleinen wie hochbezahlten Truppe von Investmentbankern.

Was Shirreff damals über die Deutsche Bank schrieb, ist heute, fast 13 Jahre später, medialer Mainstream. Doch im Sommer 2004, drei Jahre bevor das Kartenhaus der globalen Finanzwelt in sich zusammenfiel,...

Kommentare (2)

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Frau Edelgard Kah

28.07.2017, 11:06 Uhr

Sehr geehrter Herr Schäfer,

Sie schaffen es leider nicht, die Themen "internationale Finanzkrise" und "Kritik an der Deutschen Bank" auseinander zu halten. Dass unser deutsches Geldhaus im internationalen Rahmen hauptverantwortlich für die Existenznot und den Ruin von Dutzender Bankhäuser gewesen wäre, wird allein schon durch die Größenverhältnisse widerlegt. Selten so gelacht.

Und Sie schaffen es leider auch nicht, die Fehler zu beschreiben, die zu der Finanzkrise geführt haben. Warum sagen Sie nicht, dass die Fehler schlicht und einfach in der Kreditvergabe amerikanischer Banken lagen. Dass amerikanische Banken riesige Beträge an Hypothekendarlehen ohne Bonitätsprüfung an Kunden vergeben haben. Dass die Darlehen Leuten ohne Einkommen und ohne Sicherheiten (in Deutschland würde man von Harz IV Empfängern sprechen) richtiggehend aufgedrängt worden sind. Dass diese uneinbringbaren und wertlosen Darlehen verbrieft, gebündelt und mit einem Qualitätssiegel der Ratingagenturen versehen weltweit an Bankhäuser verkauft wurden.

Frau Edelgard Kah

28.07.2017, 14:52 Uhr

Sehr geehrter Herr Schäfer,

der Ackermann, der Ackermann. Der ist an allem schuld. Dass die europäischen Banken 1 000 Milliarden Euro an faulen Krediten in ihren Büchern haben, liegt nur an ihm. Sicher hat er auch die Schiffsbaukredite vergeben, die heute vielen Bankhäusern Sorgen bereiten. Und er ist auch daran schuld, dass heute unsere Banken 15jährige Wohnbaudarlehen mit lächerlich niedrigen Zinssätzen vergeben, die bei einem Anstieg der Zinsen nicht kostendeckend refinanziert werden können.

Merken Sie nicht, dass das wirkliche Problem die Kreditvergabe der Banken ist? Und nicht, wie Sie meinen, halsbrecherische Spekulationren?

Doch zurück zu Ackermann. Wie ich höre, hat seine Bank Kredite an Donald Trump vergeben. Wieder so eine Dummheit. Wer vergibt Kredite an so zwielichtige Unternehmer? Dieses Mal der Ackermann.

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