Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.01.2017

17:59 Uhr

Anleihenausblick

Die Zinswende macht keinen Spaß

VonAndrea Cünnen

PremiumVieles spricht dafür, dass die Tiefststände bei Anleihen vorüber sind. Für deutsche Sparer bleibt jedoch eine traurige Erkenntnis: Bis die Geldanlage mit höheren Zinsen wieder Freude macht, dürfte es noch Jahre dauern.

Früher war mehr Zins. dpa

Sparbuch

Früher war mehr Zins.

FrankfurtDes einen Freud’, des andern Leid. Während sich Aktionäre in den USA und auch in Europa seit der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten über Kursgewinne freuen, leiden die Besitzer von Anleihen. Der vergangene November war für US-Staatsanleihen der schlimmste Monat seit dem Jahr 2009. Die Kurse der Treasuries genannten Zinspapiere fielen deutlich – und im Gegenzug zogen die Renditen an.

Und es geht noch weiter. Mit über 2,4 Prozent liegt die Rendite der weltweit stark beachteten zehnjährigen US-Staatsanleihe inzwischen so hoch wie zuletzt vor gut zwei Jahren. Seit der Trump-Wahl ist die Rendite um 0,7 Prozentpunkte gestiegen, seit dem...

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Frau Edelgard Kah

09.01.2017, 11:39 Uhr

Sehr geehrte Frau Cünnen,

ein ausgewogener Artikel, der mit gut gefällt. Die Gretchenfrage ist natürlich, wie sich die Zinsen in Zukunft entwickeln werden. Ich meine damit 10jährige Anleihen und blicke über den Tellerrand des Jahres 2017 hinaus.

Die Botschaft der Banken ist klar. Sie erzählen, die Zinsen würden im Schneckentempo und fast unmerklich steigen. Aber diese Erwartung ist interessengetrieben. Die Banken wollen Anleihen verkaufen. Wegen dieses Verkaufsinteresses können sie ihren Kunden auf keinen Fall sagen, dass die Zinsen wahrscheinlich sehr stark steigen werden und der Käufer der Anleihe dicke Kursverluste einfährt.

Auch ich habe keine Glaskugel. Ich glaube aber, dass die Inflationserwartungen der entscheidende Faktor sind. Sie sind schon durch das Anziehen der Ölpreise gestiegen. Und viele Hedgefondsmanager setzen darauf, dass auch die übrigen Rohstoffpreise steigen werden. In den USA dürfte das Fiskalpaket von Donald Trump nicht nur die Konkunktur ankurbeln, sondern auch die Löhne ins Traben bringen.

In vielen meiner Sätze findet sich das Wort "könnte". "Könnte" ist keine Prognose. Aber das Wort beschreibt eine reale Gefahr. Die Gefahr, dass die Zinsen weit stärker als erwartet steigen und die Anleger auf den riesigen Zinsmärkten dies- und jenseits des Atlantik herbe Verluste einfahren. Verluste, die auch auf die übrigen Anlageklassen ausstrahlen und vielleicht Aktienkurse umd Immobilienpreise mit in die Tiefe reißen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×