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05.05.2017

11:53 Uhr

Blasengefahr an Anleihemärkten

Ins Risiko getrieben

VonDaniel Schäfer

PremiumAm Markt für Unternehmensanleihen zeichnen sich immer mehr Konturen einer riesigen Blase ab, die auch für deutsche Großinvestoren gefährlich ist. Auslöser und auch Epizentrum könnten wieder die USA sein. Eine Analyse.

Angeheizt wird der Markt unter anderem von Großinvestoren wie Versicherungen und Pensionsfonds. dpa

Blase am Anleihemarkt?

Angeheizt wird der Markt unter anderem von Großinvestoren wie Versicherungen und Pensionsfonds.

Es ist eine gigantische Zahl: 3,7 Billionen Dollar neue Schulden haben Unternehmen weltweit im vergangenen Jahr an den Kapitalmärkten aufgenommen. Das sind nicht nur 1,5 Billionen Dollar mehr als die gesamte Staatsverschuldung der Bundesrepublik Deutschland. Sondern es übersteigt auch den bisherigen Rekordwert für neue Unternehmensanleihen. Die letzte solche Marke stammt aus dem Jahr 2006 – kurz vor Beginn der großen Finanzkrise. Es ist ein lautes Warnsignal.

Am Markt für Unternehmensanleihen zeichnen sich immer mehr die Konturen einer riesigen Blase ab, die in den kommenden Jahren durch zu schnell steigende Zinsen und eine abklingende Konjunktur zum Platzen gebracht werden könnte. Parallel...

Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

05.05.2017, 15:44 Uhr

Sehr geehrter Herr Schäfer,

Punkt für Punkt alles richtig, was Sie schreiben. Vielleicht sollte man den Markt für Staatsanleihen mit einbeziehen. Das Fazit: Eine gigantische Blase auf den volumenstarken Anleihemärkten. Wenn diese Blase einmal platzt, werden auch die anderen Anlageklassen mit in die Tiefe gerissen. Soweit sind wir uns wahrscheinlich einig.

Für den Anleger bedeutet die geschilderte Situation einen Tanz auf dem Vulkan. Aber wie er mit dem Risiko umgehen soll, wird grundsätzlich totgeschwiegen. Weder Banker, Anlageberater noch Finanzredakteure trauen sich an das Thema heran. Die Herren sind mutlos, möchten ja nichts Falsches sagen.

Meine persönliche Überlegung: Ich nutze die steigenden Kurse schrittweise zu Gewinnmitnahmen, verringere somit meine Aktienquote. Sie betrug einst 100 % und wurde bislang auf die Hälfte heruntergefahren. Tendenz weiter Richtung Null. Die Erlöse aus den Aktienverkäufen werden nicht reinvestiert. Ich eröffne bei renommierten Banken Konten, auf die ich jeweils einlagengesicherte Beträge einzahle.

Natürlich hat auch diese Vorgehensweise eklatante Nachteile. Weil ich nicht allwissend bin und die Höchstkurse nicht im vorhinein kenne, kann es sehr gut sein, dass ich "zu früh" verkaufe. Aber welche Alternativen gibt es denn? Soll ich mir sagen, ich bin nicht allwissend und behalte deshalb meine Aktien? Soll ich einfach zuwarten, bis der crash mein Vermögen zertrümmert?

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