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23.02.2016

13:14 Uhr

Weitere Insolvenzen

German Pellets wird zur Megapleite

VonAndreas Dörnfelder, Gertrud Hussla, Katharina Schneider

PremiumDie Krise des Brennstoffherstellers German Pellets aus Wismar weitet sich aus. Nun haben auch mehrere Töchter Insolvenz angemeldet. Das größte Problem für deutsche Anleger sitzt aber wohl in den USA.

Weitere Gesellschaften der Unternehmensgruppe haben Insolvenz angemeldet. dpa

Ein Schild am Werk von German Pellets in Wismar

Weitere Gesellschaften der Unternehmensgruppe haben Insolvenz angemeldet.

Düsseldorf/FrankfurtMehr als zwei Dutzend Gesellschaften hat der Öko-Unternehmer Peter Leibold um seinen Brennstoffhersteller German Pellets herumgebastelt. Nun scheint das Firmengeflecht, in dem mindestens 226 Millionen Euro von deutschen Anlegern stecken, nach und nach zusammenzubrechen.

Nach der Konzernmutter haben fünf weitere Gesellschaften aus Leibolds Holz-Imperium Insolvenz angemeldet. Drei davon sind bereits in den Insolvenzbekanntmachungen genannt. Es handelt sich um die German Pellets Sachsen GmbH in Torgau sowie die beiden Wismarer Firmen German Pellets Beteiligungs GmbH und German Pellets Genussrechte GmbH.

German Pellets - Fakten zum Unternehmen

Gründungsjahr

Gegründet wurde German Pellets erst im Jahr 2005 in Wismar. Zuvor hatte Leibold bereits als Geschäftsführer eines Sägewerks Erfahrung in der Holzindustrie gesammelt.

Geschichte

Vor allem durch Zukäufe ist German Pellets in relativ kurzer Zeit stark gewachsen. Dabei profitierte das Unternehmen unter anderem davon, dass Holzpellets als CO2-neutral gelten. Das ist ein Grund, weshalb etwa die Anschaffung von Pellet-Heizungen gefördert wird.

Im Jahr 2016 kollabiert die Firma, sie meldet im Februar Insolvenz an.

Geschäftsentwicklung

Die Firma verzeichnete bis zum Zusammenbruch ein rasantes Wachstum und kratzte zeitweise an der 600-Millionen-Euro-Umsatzmarke. Im Jahr 2011 waren es noch 286 Millionen Euro.

Eigner und Führung

German Pellets gehörte zu 60 Prozent Peter Leibold und zu 40 Prozent seiner Frau Anna Kathrin. Peter Leibold arbeitete als Geschäftsführer, seine Frau hatte sich aus dem operativen Geschäft zurückgezogen. Tochter Kathrin Leibold führte eine Tochterfirma, die Tiereinstreu vermarktete.

Beschäftigte und Standorte

German Pellets beschäftigte 650 Mitarbeiter. Die Zentrale liegt in Wismar in unmittelbarer Nähe zum Hafen, dort ist auch eine Pellets-Produktion. Weitere 13 Standorte sind in Deutschland verteilt, die beiden größten im Land sind neben Wismar Herbrechtingen und Ettenheim (beide Baden-Württemberg).

Im Jahr 2013 ging die größte Fabrik aber in den USA an den Start mit einer Produktionskapazität von 550.000 Tonnen Pellets pro Jahr (fast ein Viertel der Gesamtkapazität). Ein noch einmal doppelt so großes Werk entstand in Louisiana.

Produkte

Die Firma produziert Holzpellets. Dazu werden Holzspäne unter hohem Druck zu zäpfchengroßen Stäbchen gepresst. Diese werden zur Verbrennung in Kaminöfen, Heizungen, Biomassekraftwerken und als Beimischungen in fossilen Kraftwerken eingesetzt. Die Marke „FireStixx“ gehört zum German-Pellets-Portfolio.

Die German Pellets Sachsen GmbH betreibt das Werk in Torgau bei Leipzig mit angeblich 150.000 Tonnen Produktionskapazität. Laut Bundesanzeiger war...

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