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13.02.2018

15:27 Uhr

Geldanlage

„Markt- und Demokratieproblem“: Fondsverwalter attackieren ETF-Anbieter

PremiumPassive Formen der Geldanlage graben hochbezahlten Fondsmanagern das Wasser ab. Aber die setzen sich zur Wehr – mit schweren Vorwürfen.

Der Gründer und Vorstand der Flossbach von Storch AG erhebt harte Vorwürfe gegen passive Indexfonds. Rudolf Wichert für Handelsblatt

Bert Flossbach

Der Gründer und Vorstand der Flossbach von Storch AG erhebt harte Vorwürfe gegen passive Indexfonds.

FrankfurtBert Flossbach nimmt kein Blatt vor den Mund. Mit Blick auf passives Investment, das statt einer bewussten Auswahl von Wertpapieren einfach einen Index nachbildet, sagt er: „Das ist ein riesiges Macht- und damit auch Kartellproblem, das die Marktwirtschaft, vielleicht sogar die Demokratie bedrohen kann.“

Nach seiner Einschätzung werden die großen Passiv-Anbieter Blackrock, Vanguard und State Street in ein paar Jahren 40 Prozent der börsennotierten US-Firmen und 20 bis 30 Prozent der europäischen Unternehmen besitzen.

Kommentare (4)

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Herr Thorsten Kessler

13.02.2018, 17:16 Uhr

ich lach mich tot - jahrzehntelang den anleger mit überhöhten gebühren, eigenhandel, intransparent, mit höherem risiko, um überhaupt den selbstgewählten (!) index zu schlagen ausgequetscht, das ganze auch noch trotz enormer kosten und höherem risiko für den anleger (!) erfolglos. warum bitte soll ein fondmanager mit meinem geld spekulieren dürfen, ich investiere lieber in den markt und bin mit der sicheren indexrendite zufrieden. ich bin nicht hier das ego des fondmanagers auf meine kosten zu befriedigen.

Herr Chris Koeh

13.02.2018, 17:44 Uhr

Kartell?
90% des Aktien - Weltvermögens liegt in USA
90% der Macht die Märkte zu kontrollieren liegt in USA
WO IST DA DAS KARTELL????
Wir kaufen und lieben doch alle amerikanische Produkte, wie ETFs, Apple Iphone, Tesla, Twitter, Facebook ...
Wir finden es auch gut, wenn die meistens KEINE Steuern in Europa zahlen, sonst würden wir ja es ändern! Unsere über 700 EU Politiker könnten ja was tun.
KEINE AHNUNG, WESHALB WIR UNS AUFREGEN!

Herr Eberhard Derndinger

13.02.2018, 19:02 Uhr

Offen gesagt, habe ich den Artikel gerne gelesen, auch mit den Einschätzungen von Herrn Flossbach, und mit den verschiedenen Analysen z. B. von BCG. Zum einen, weil er Hinweise und Aspekte enthält, die mir nicht klar waren. In wie weit sie zutreffen, kann ich nicht belastbar bewerten. Zum anderen war für mich beeindruckend wie sehr sich die aktiv gemanageten Fonds mit ihren Fondmanagern aufregen darüber, dass sich die Kunden wegen ihrer, für die Kunden schlechten, Arbeit nach Alternativen umsehen und diese in Index-Fonds finden. Da liegen die Nevern blank. Möglich wäre auch ein Innehalten und Überlegen, was läuft schief, was lässt sich verbessern. Aber das ist hier nicht offensichtlich geworden, wahrscheinlich ist das aktuell auch nicht die Welt der Manager dieser Fonds. Wahrscheinlich gehen ihre Gendanken eher in Richtung eines weiter so:
Dazu passen hohe Boni bei Bankern. Prozesse um Cum-Ex-Geschäfte, und aggressiver Vertrieb von Fondprodukten an Kleinanleger.

Zusammengefasst ist das alles auch sehr gefährlich für den Kleinanleger und für die Gesellschaft (Lobbiismus, Parteispenden, großzügige Unterstützung privater Banken in Kriesenzeiten, Reduzierung der staatlichen Rente zu Gunsten der geringen Rendite bei Riesterrente usw.). Das sollte für beide Gruppen noch klarer werden.

Wie wird es weiter gehen?
- Der Kleinanleger wird sich noch mehr um Fonds, Banken und Versicherungen herumdrücken.
- Vielleicht gelingt es dem Bürger mehr Einfluss auf die politischen Entscheidungen zu bekommen? Wahrscheinlich eher nicht.
- In sofern sollte man Herrn Fossbach raten Parteispenden zu tätigen, Lobbiismus zu betreiben, um in das lukrative Altersvorsogegeschäft einzusteigen.
- Der größere Anleger wird sich seine Aktien selber raussuchen müssen. Da gibt der Artikel ja auch Hinweise, Warren Buffet (das geht schon mit kleiner Mannschaft), Private Equity usw.

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