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12.12.2016

11:24 Uhr

Gastkommentar Hans Eichel

Die Euro-Zone braucht einen Stabilisator

VonHans Eichel

PremiumDie EU der 27 kann nach außen nur stark sein, wenn die Euro-Zone stark ist. Die EZB sollte der Währungsunion daher zu mehr Attraktivität verhelfen, fordert der ehemalige Bundesfinanzminister. Ein Gastkommentar.

Hans Eichel war von 1999 bis 2005 Bundesfinanzminister. Sie erreichen ihn unter gastautor@handelsblatt.com.

Der Autor

Hans Eichel war von 1999 bis 2005 Bundesfinanzminister. Sie erreichen ihn unter gastautor@handelsblatt.com.

Angesichts des Brexits die EU der 27 zusammenzuhalten, ihr mehr gemeinsame Identität zu geben war sicher kein falscher Gedanke der Staats- und Regierungschefs. Diese stärkere Identität beim Thema Sicherheit zu suchen liegt nahe, wenn man sich die Lage rund um Europa ansieht. Europäischer Grenzschutz, europäische Armee, das wären in der Tat kraftvolle Antworten gewesen, die kleinteiligen technokratischen Schritte, die die Staats- und Regierungschefs ins Auge fassen, sind es nicht, sie sind mutlos und ohne überzeugende Perspektive.

Eine andere Tatsache haben sie gar nicht erst betrachtet: Die EU der 27 kann nach außen nur stark sein, wenn sie im Innern stark...

Kommentare (1)

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Herr Andreas Glöckner

12.12.2016, 16:55 Uhr

Sehr geehrter Herr Eichel,
ich habe Ihren Vorschlag gelesen, dass die Zentralbank unabhängig entscheiden soll gelesen.
Unabhängigkeit steht dem allgemeinen Doppelbindungskriterium entgegen, dass die Beziehung zwischen Menschen grundsätzlich beschreibt. Nie gab es Herrscher, die mit der jeweiligen Machtfülle ausgestattet, erfolgreich waren, wenn sie ihre Machtfülle verkapselt haben anstatt diese in Rahmen von Regeln aufzuteilen. Das zivile Recht hat seinen Ursprung in dem Gedanken, dass Regeln den Vertragsschluss besser begleiten als konkrete Vorschriften in Form von Geboten.

Die Zentralbank hat die Macht das Leben und die vertikale Ordnung, die aus diesem Leben hervorgeht, zu gestalten. Wäre die Zentralbank unabhängig von äußeren Einflüssen, würde ein Machtgefüge zu Gunsten der Zentralbänker entstehen. Aufgaben, die mit der Geldvergabe bewirkt werden, wie etwa die Aufgaben des Handwerks und des Gastgewerbes, stehen in krasser Abhängigkeit von den Entscheidungen der Zentralbank. Nur ein Beispiel : weil das Handwerk und das Gastgewerbe nichts vom Geldmengensystem verstanden haben, sind diese lohnpolitisch massiv benachteiligt worden. Die Folge davon ist Abwanderung von Personal in bequemere und wesentlich besser bezahlte Tätigkeitsbereiche, wie etwa der Versicherung. Heute fehlt das Personal in zahlreichen Bereichen der täglichen Arbeit.

Nehmen wir an, der nächste Zentralbänker wäre Koch, glauben Sie er würde seine Kollegen nicht bevorteilen? Die Aufgaben des alltäglichen Lebens und die damit einher gehenden Abhängigkeite sind abhängig von den Entscheidungen der Zentralbank, Menschen wird das Mitspracherecht entzogen, die Zentralbank erhält ein Entscheidungsmonopol.

Ich denke, dass die zentralen Banken sich nicht unabhängig von Kritik und Stimmrechten machen sollte, sollte eine Systematik erarbeitet werden, die das Verhalten der Banker und Versicherer bei der Geldvergabe regeln, dann auf der Grundlage von gegenseitigen und wechselbezogenen Abhängigkeite

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