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23.03.2017

15:01 Uhr

Hürden für Hauskredite

Eine irreführende Entschärfung

VonMatthias Streit

PremiumDie Koalition ist im Ringen mit Banken- und die Immobilienlobby eingeknickt und hat das geplante Gesetz zur Bekämpfung einer möglichen Immobilienblase entschärft. Warum das die falsche Entscheidung ist. Eine Analyse.

Die Aufsicht sollte die Kreditvergabe für Häuserkäufe besser kontrollieren können. dapd

BaFin in Bonn

Die Aufsicht sollte die Kreditvergabe für Häuserkäufe besser kontrollieren können.

Mit der Debatte darüber, ob in Deutschland eine Immobilienblase heranwächst oder nicht, ließe sich leicht ein Abend füllen. Da ist es kein Wunder, dass in der Bundesregierung zuletzt heftig darüber gestritten wurde, ob und wie die Finanzaufsicht künftig im Falle einer Immobilienblase eingreifen soll. In diesem Kampf haben nun die Banken- und die Immobilienlobby einen Sieg errungen: Die Regierungskoalition ist eingeknickt und hat das geplante Gesetz mit dem sperrigen Namen „Finanzaufsichtsrechtergänzungsgesetz“ entschärft.

Das ist die falsche Entscheidung. Sie erhöht die Risiken für die Finanzstabilität bei einer Immobilienblase, und sie verhindert, dass Druck aus dem bereits angespannten Markt genommen werden kann.

Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

23.03.2017, 15:52 Uhr

Sehr geehrter Herr Streit,

zunächst zum Thema "Immobilienblase". Vor einigen Wochen wurden die Vermögensverwalter der Superreichen von Ihrem Blatt interviewt. Unter anderem wurden sie gefragt, wie man eine Blase erkennen könne. Ihre Antwort: Wenn der Kaufpreis eines Vermögensgegenstandes gemessen an dessen Erträgen sehr hoch ist. Die Rede ist somit vom Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Nach meiner Aufassung ist es in vielen Großstädten überzogen. Das bedeutet, dass eine zu heutigen Preisen erworbene Großstadtimmobilie in ein paar Jahren nur mit Abschlag zu verkaufen ist. Aber nicht alle Haushalte wollen ihre Immobilie wieder verkaufen. Es gibt viele, die bis zu Ihrem Lebensende darin wohnen.

Mein zweites Thema: Nichts gegen eine Regulierung der Immobilienkreditvergabe der Banken. Aber mir fehlt der Glaube, dass bei einem Verstoß gegen Vorschriften ein Banker bestraft wird. Soweit ich zurückdenken kann, gab es nur Goldene Handschläge. So auch bei der Immobilienkrise 2008/2009. Dass eine Bank die Bonität eines Kreditnehmers sorgfältig zu prüfen hat, galt auch schon damals. Dennoch kauften viele deutsche Banken mit hohen Milliardenbeträgen wertlose US-Hypothekendarlehen (subprime Kredite). Die Verluste des sorglosen Ankaufs hatten die Aktionäre und Steuerzahler zu tragen. Aber Strafen für die Bankvorstände gab es nur in Form lukrativer Abfindungen.

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