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22.03.2017

13:47 Uhr

Schutz vor Immobilienblasen

Genug der Zugeständnisse!

PremiumImmobilienblasen waren häufig Auslöser schwerer Finanzkrisen. Die Gefahr ist nach wie vor nicht gebannt. Die Politik muss klare Regeln setzen – und darf sich dabei nicht von den Banken blenden lassen, warnt die Wirtschaftsweise Isabel Schnabel. Ein Gastbeitrag.

Isabel Schnabel ist Professorin für Finanzmarktökonomie an der Universität in Bonn und Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung („Wirtschaftsweise“). Sie erreichen sie unter: gastautor@handelsblatt.com.

Die Autorin

Isabel Schnabel ist Professorin für Finanzmarktökonomie an der Universität in Bonn und Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung („Wirtschaftsweise“). Sie erreichen sie unter: gastautor@handelsblatt.com.

Vor fast zwei Jahren gab der Ausschuss für Finanzstabilität, der die Stabilität des deutschen Finanzsystems überwacht, eine Empfehlung heraus: Die Regierung solle die Grundlage für neue regulatorische Instrumente schaffen, mit denen Gefahren für die Finanzstabilität aus Immobilienblasen und übermäßiger Verschuldung begrenzt werden können. Bis heute wird um die Schaffung dieser Instrumente gerungen. Die Bankenverbände würden sie am liebsten ganz verhindern. In Kürze steht nun die Entscheidung im Bundestag an. Aufgrund des massiven Drucks der Bankenlobby ist zu befürchten, dass die Instrumente am Ende so verwässert werden, dass ihre Wirksamkeit infrage gestellt wird – den Warnungen der Experten zum Trotz.

In...

Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

22.03.2017, 14:58 Uhr

Sehr geehrte Frau Schnabel,

sehen Sie mir bitte nach, dass ich von Ihrem Thema nicht besonders viel verstehe. Vielleicht gestatten Sie dennoch einige Anmerkungen.

Also ich bin für eine Regulierung der Banken. Meinetwegen durch Eigenkapitalvorschriften oder durch Einschränkung des Eigenhandels oder durch andere Maßnahmen. Aber brauchen wir darüber hinaus für ganz spezielle Kreditarten (Immobilienkredite) weitere Regulierungen?

Zweitens hat uns die Finanzkrise 2008/2009 gelehrt, dass die Banker selbst bei Überschreiten der primitivsten Bankregeln nicht bestraft, sondern mit einem Goldenen Handschlag belohnt werden. Beispiel gefällig?

Derzeit geht die Abwicklung der Hypo Real Estate durch die Medien. Sie hatte die Depfa gekauft und diese liebe Tochter bündelte kurzfristige Einlagen zu langfristigen Krediten. Dass dies gegen die goldene Bankregel verstößt, lernt man schon am zweiten Tag einer Banklehre. Aber leider ist kein Manager der Depfa zur Rechenschaft gezogen worden, alle erhielten einen goldenen Handschlag.

Sie erinnern sich auch sicher, dass die amerikanischen Banken jahrelang Billionenbeträge an uneinbringlichen "subprime" Hypothekenkrediten vergaben. Diese Kredite an arbeitslose Habenichtse wurden gebündelt. Unter anderem wurden Milliardenbeträge an die HRE verkauft. Diese Bank hat offensichtlich außer acht gelassen, dass bei jeder Kreditvergabe die Bonität des Kreditnehmers sorgfältig zu prüfen ist. Macht nichts. Herr Funke ist nicht wegen Verschleuderung des Aktionärsvermögens und wegen Schädigung der Steuerzahler angeklagt. Man wirft ihm nur Bilanzfälschung vor.

Lassen Sie mich zu einem Fazit kommen: Noch eine Vorschrift und noch eine Vorschrift? Oder weg mit dem Goldenen Handschlag und echte Managerhaftung?

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