Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.01.2017

11:18 Uhr

Investieren in Aktien

Auf lange Sicht immer erfolgreich

VonUlf Sommer

PremiumZweifel an der Börsenrally? Hinter Aktien steckt mehr als heiße Luft. Die Historie lehrt, dass Anleger auf Dauer sehr erfolgreich fahren, wenn sie sich an Firmen beteiligen. Es nicht zu tun, ist irrational. Eine Analyse.

Langfristig kennt der Dax nur eine Richtung: nach oben. dpa

Kurstafel

Langfristig kennt der Dax nur eine Richtung: nach oben.

Anleger reagierten geschockt. Als der Dax bei rund 2. 800 und nicht wie heute bei 11.400 Punkten notierte und der Dow Jones auf knapp über 6.000 und nicht wie heute auf fast 20.000 Punkte gestiegen war, warnte Alan Greenspan vor Übertreibung. „Wie wissen wir, wann Vermögenswerte durch irrationalen Überschwang übermäßig aufgebläht und damit anfällig für unerwartete und langgezogene Kontraktionen werden?“, fragte der damalige Chef der amerikanischen Notenbank Fed in seiner wohl berühmtesten Rede vor dem American Enterprise Institute in Washington.

Weltweit rauschten daraufhin die Kurse nach unten, der Dax brach um vier Prozent ein. Anleger interpretierten Greenspans Worte als Mahnung vor...

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Frau Edelgard Kah

03.01.2017, 12:35 Uhr

Sehr geehrter Herr Dr. Sommer,
"Auf lange Sicht immer erfolgreich" ist Ihr Artikel überschrieben. Aber was, bitte, ist "erfolgreich"? Das ist eine Frage der Meßlatte. Natürlich kenne ich die Aktienwerbung der Banken, die für Dutzende von 20Jahren-Zeiräumen positive Aktienerträge nachweisen. Aber was heißt das schon? Wenn ich in 20 Jahren vielleicht 12 % verdiene, wäre ich mit alternativen Anlagen besser gefahren. Und natürlich weiß ich auch, dass die tiefen Einbrüche des Aktienmarktes zumeist "Übertreibungen nach unten" sind und ein paar Jahre später wieder aufgeholt werden.

Aber dann lese ich in Ihrem Blatt vor ein paar Wochen, was die Vermögensverwalter der Superreichen empfehlen. Unter anderem sind sie davon angetan, "crashs zu vermeiden". Dass dieser Ratschlag dem Aktienvermögen ausgesprochen gut tut, brauche ich wohl nicht zu erläutern.

Bleibt die Frage ob es überhaupt möglich ist, crashs zu vermeiden. Ein einfach anzuwendendes Patentrezept gibt es sicher nicht. Man braucht Expertise und know how. Nehmen Sie als Beispiel die Internet-Hype in den Jahren vor der Jahrtausendwende, wo jede dotcom-Bude mit einem KGV von deutlich über 100 notierte. Ein verständiger Anleger hätte damals gesagt, die Leute spinnen, ich gehe raus. Ein zweites Beispiel ist die subprime-Krise, die sich 2007 abzeichnete. Wenn man als Anleger hörte, dass amerikanische Banken für viele Hundert Mrd. Dollar Hypotheken an mittellose Leute vergeben haben und dass diese wertlosen Papiere gebündelt an viele Banken verkauft haben, dann sah ein verständiger Anleger die Alarmstufe rot.

Und heute? Heute haben wir aufgrund der Notenbankpolitik eine Liquditätsflut. Man sagt, dass die Flut alle Schiffe hebt. Und wenn die Ebbe zurückkommt, sinken alle Schiffe wieder. Also ist nur die Frage, wann wir die Ebbe erwarten dürfen.

Frau Edelgard Kah

03.01.2017, 16:03 Uhr

Sehr geehrter Herr Dr. Sommer,
ich habe in der Zwischenzeit ein wenig recherchiert. Die 8 000er Marke erreichte der DAX erstmals am 8.3.2000 (8070 Punkte). Drei Jahre später, am 13.3.2003, notierte er bei 2204 Punkten und hatte damit fast 75 % seines Wertes verloren. Dann begann eine Aufholjagd. Am 2.1. 2008 wurde die 8000er Marke (8046) wieder erreicht. Aber danach kam die subprime Krise, bis März 2019 tauchte der DAX wieder um 55 % ab. Bis dieser Einbruch wieder wettgemacht war, dauerte es 4 1/4 Jahre: Am 28. 6. 2013 wurde die 8000er Marke zum dritten Mal erreicht (8015 Punkte).

Zwischen dem 8.3.2000 und dem 28. 6. 2013 liegen 13 1/4 Jahre. In dieser ganzen langen Zeit hat der DAX-Anleger keinen einzigen Cent verdient. Selbst die Sparbuchbesitzer haben ihn ausgelacht.

Den Grund für das Desaster habe ich oben geschildert. Es gab zwei riesige Einbrüche. Dass ich solche crashs nicht in meinem Depot erleben möchte, dürfte einsichtig sein. Und es ist auch kein Hexenwerk, vor dem crash aus- und nachher wieder einzusteigen. Beim 2. geschilderten crash (subprime Krise, 2008 bis März 2009) ist mir dies gelungen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×