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18.07.2017

12:56 Uhr

Kommentar zur EZB-Geldpolitik

Ein beherzter Ausstieg aus dem Zinstief

VonDaniel Schäfer

PremiumMario Draghi sollte sich mit einer Zinserhöhung sputen. Dadurch kann er der EZB einen Puffer für die Zukunft verschaffen – falls die Konjunktur einbricht. Ein Vorbild gibt es bereits: die US-Notenbank Fed. Ein Kommentar.

Die Notenbank muss endlich die Kehrtwende vollziehen in ihrer Geldpolitik. dpa

EZB-Zentrale in Frankfurt am Main

Die Notenbank muss endlich die Kehrtwende vollziehen in ihrer Geldpolitik.

FrankfurtWenn Mario Draghi an diesem Donnerstag vor die Presse tritt, wird der Präsident der Europäischen Zentralbank sein Haus einen weiteren Trippelschritt in Richtung Normalisierung der Geldpolitik bringen. Vermutlich wird der Notenbankchef den Hinweis aus dem Ausblick streichen, dass die EZB ihre Anleihekäufe nochmals erhöhen könnte.

Es wäre ein kleines, aber bedeutendes Signal an die Märkte. Der ganz große Schritt soll dann erst im September kommen, wenn die EZB ein allmähliches Zurückfahren der milliardenschweren Anleihekäufe verkünden wird. Damit würde Draghi das Ende einer Ära einläuten, die in der Finanzkrise 2008 und 2009 begonnen hat: der Phase der radikal-experimentellen Geldpolitik, die...

Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

18.07.2017, 14:47 Uhr

Sehr geehrter Herr Schäfer,

über einen vernünftigen geldpolitischen Kurs könnten wir lange diskutieren. Aber bitte mit nachvollziehbaren und stichhaltigen Argumenten.

Dass die europäische Wirtschaft wegen der niedrigen Zinsen wächst, kann ich Ihnen nicht beweisen. Aber der Boom in der Schlüsselbranche Bauwirtschaft hängt sicherlich mit der Nullzinspolitik zusammen. Also hätten wir doch eine sehr wohltätige Wirkung. Ob es Ihnen paßt oder nicht.

Neu ist für mich, dass Deutschlands Manager sich angeblich nach höheren Zinsen sehnen sollen. Falls Sie tatsächlich einen gefunden haben, stellen Sie ihn bitte vor (bitte mit Bild). Neu ist für mich auch, dass es in den südeuropäischen Ländern "nachgeschmissene Kredite" geben soll. Bislang habe ich nur von sehr restriktiven Kreditvergaben gelesen. Also nennen Sie doch bitte Roß und Reiter.

Und dann hätten wir noch das Thema Ausrüstungsinvestitionen. Deutschland ist bekanntlich der teuerste Produktionsstandort der Welt. Dass multinationale Unternehmen ausgerechnet hier ihre Investitionen in schwindelerregende Höhen hochfahren sollen, ist ein irrsinniger Gedanke. Aber vielleicht haben Sie dennoch recht, vielleicht fehlt es den Managern an Zuversicht. Angesichts der Fernsehbilder von Martin Schulz würde ich mich darüber nicht einmal besonders wundern.

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