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09.05.2017

18:11 Uhr

Deutsche Exportüberschüsse

Aus dem Gleichgewicht

VonDonata Riedel

PremiumLange haben Bundesregierungen auf Angebotsökonomie gesetzt. Die nächste muss Ludwig Erhard endlich wieder ernst nehmen – Exportüberschüsse zu vermelden allein reicht nicht. Ein Kommentar.

Gesellschaft und Ökonomie in der Bundesrepublik brauchen ein Umdenken. dpa

Deutscher Export

Gesellschaft und Ökonomie in der Bundesrepublik brauchen ein Umdenken.

Die CDU war schon mal weiter. Wohlstand für alle – das gab ihr erster Wirtschaftsminister der Politik als Ziel vor. So schön und klar drücken es die Ökonomen internationaler Organisationen leider nicht aus. Gemeint ist aber genau das, wenn seit ein paar Jahren die OECD und inzwischen auch der Internationale Währungsfonds „inklusives Wachstum“ fordern: ein Wirtschaftswachstum, von dem niedrige wie hohe Einkommen profitieren. Eine Volkswirtschaft, die armen und reichen Kindern, Männern wie Frauen die gleichen Chancen auf Teilhabe am Wohlstand einräumt.

Ausgerechnet das Land Erhards, maßgeblich geführt von seiner Partei, der CDU, bekommt genau das nicht mehr hin, und...

Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

10.05.2017, 17:48 Uhr

Sehr geehrte Frau Riedel,

über Politik möchte ich nicht mit Ihnen diskutieren. Aber ein klein wenig über Ökonomie.

Die deutschen Exportüberschüsse sind die Folge einer herausragenden Wettbewerbsfähigkeit deutscher Firmen. Vielleicht lassen Sie sich diesen Satz einmal auf der Zunge zergehen. Dann kommen sie ganz von selbst zu der Erkentnis, dass die Exportüberschüsse nur durch eine Verschlechterung der Wettbewerbsfähigkeit abgebaut werden können.

Das bedeutet beispielsweise, dass mehr Investitionen der privaten Firmen kontraproduktiv sind und die Exportüberschüsse weiter erhöhen. Das bedeutet beispielsweise, dass mehr staatliche Infrastrukturinvestitionen nur dann zielführend sind, wenn sie durch höhere Unternehmenssteuern finanziert werden (Erhöhung der Produktionskosten).

Zum Schluß empfehle ich Ihrer Aufmerksamkeit einen Aspekt, der in der gesamten öffentlichen Diskussion ausgeblendet wird: Werden die bösen Exportüberschüsse abgebaut, verlieren in Deutschland 3 1/2 Millionen Menschen ihren Arbeitsplatz. Ich plädiere dafür, die 3 1/2 Millionen Arbeitsplätze zu verteidigen. Auch und gerade gegenüber ausländischen Politikern, die unser Land beneiden.

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