Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

21.02.2017

13:09 Uhr

Deutsche Leistungsbilanz

Verflixter Überschuss

VonNorbert Häring

PremiumSeit Jahren führt Deutschland mehr Waren aus als ein. Nun machen Brüssel und Washington Druck auf Berlin, mehr zu importieren. Aber wie soll das gehen? Nicht nur nachfrageorientierte Ökonomen haben da ein paar Ideen.

Deutsche Exporterfolge sorgen im Ausland für Verstimmung. dpa

Container im Hamburger Hafen

Deutsche Exporterfolge sorgen im Ausland für Verstimmung.

FrankfurtDie Schelte ist bereits absehbar. Am Mittwoch will die EU-Kommission einen „vertieften Prüfbericht“ über die makroökonomischen Ungleichgewichte in Deutschland veröffentlichen. Ziemlich sicher wird sie Deutschland dann ein weiteres Mal wegen des hohen Leistungsbilanzüberschusses rügen und Gegenmaßnahmen fordern – darunter mehr staatliche Investitionen und Steuererleichterungen für niedrige Einkommen. Von derartigen Rügen der Kommission hat sich Berlin bisher kaum beeindrucken lassen. Doch seit dem Amtsantritt von Donald Trump, der Deutschland unfaire Handelspraktiken vorwirft und protektionistische Gegenmaßnahmen androht, steigt der Druck.

Der Leistungsbilanzüberschuss gibt an, wie viele Forderungen an das Ausland Deutschland aufbaut. Das geschieht, wenn Exporte von Waren und Dienstleistungen die...

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Frau Edelgard Kah

21.02.2017, 15:02 Uhr

Sehr geehrter Herr Häring,

die Leistungsbilanzüberschüsse sind Ausdruck der Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes. Wer sie abschaffen will, schafft gleichzeitig 3 Millionen Arbeitsplätze ab. Auf die Rückwirkungen bei Steuereinnahmen und Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme brauche ich wohl nicht näher einzugehen.

Vielleicht löst sich das angebliche Problem auch sehr rasch von selbst. Wenn Donald Trump Schutzzölle einführt, brauchen wir über Leistungsbilanzüberschüsse nicht mehr zu diskutieren. Das gleiche gilt, wenn im Herbst eine rot-rot-grüne Bundesregierung gewählt werden sollte, die den Sozialstaat kräftig ausbaut.

Die Vorschläge Ihrer "Experten" wirken lebensfremd und an den Haaren herbeigezogen. Ich setzte ihnen einmal eine eigene Idee entgegen. Aus meiner Sicht besteht der größte sozialpolitische Sprengstoff darin, dass rund ein Fünftel der Erwerbstätigen im Niedriglohn-Sektor arbeitet, dass Millionen Menschen mit ihrem Einkommen gerade so mit Ach und Krach über die Runden kommen.
Vielleicht fragen Sie einmal Ihre "Experten" einmal, wie ihnen geholfen werden könnte.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×