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28.03.2017

13:34 Uhr

Schwache Börsenentwicklung

Trump ist nicht an allem Schuld

VonUlf Sommer

PremiumDer Schwung an den Börsen ist dahin, die Kurse haben eher den Rückwärtsgang eingelegt. Viele Finanzexperten machen das mangelnde Vertrauen in Donald Trump dafür verantwortlich. Doch schlüssig ist das nicht. Eine Analyse.

Viele Investoren machen Donald Trumps Versagen für die Kurseinbrüche verantwortlich. AFP; Files; Francois Guillot

Börsenkurse fallen

Viele Investoren machen Donald Trumps Versagen für die Kurseinbrüche verantwortlich.

Die Wall Street lahmt, der Dax sinkt unter die Marke von 12.000 Punkten. Und der Schuldige ist schnell ausgemacht: Donald Trump. Das schwindende Vertrauen in seine Durchsetzungskraft verdirbt die Laune der Anleger. Die Investoren fürchten, dass die Trump-Rally schon wieder vorbei ist und nun große Ernüchterung folgt. Wirklich?

Solche naheliegenden Erklärungsversuche wirken auf den ersten Blick schlüssig, sind es bei genauem Hinsehen aber nicht. Die Börse lebt nicht von Trump allein.

Erst scheiterte der im Januar angetretene US-Präsident mit seiner für ihn so immens wichtigen Gesetzesvorlage an der amerikanischen Justiz, nämlich die Einreise von Menschen aus sieben islamischen Ländern...

Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

28.03.2017, 14:43 Uhr

Sehr geehrter Herr Dr. Sommer,

vielleicht ist ihnen entgangen, dass die USA politisch, wirtschaftlich und militärisch die einzige Weltmacht sind und dass die Entscheidungen dieser Weltmacht bis in das Pförtnerhäuschen des Handelsblatts hineinreichen.

Über die Ursachen von Börsenbewegungen kann man lange streiten. Das liegt daran, dass niemand in die Köpfe der Anleger hineinsehen und ihre Motive erkennen kann.

Aber vielleicht schauen wir einmal gemeinsam auf das Jahr 2016 zurück. Die Zinsen waren schon seit mehreren Jahren bei Null, die Anleger hätten somit versucht sein können, ihr zinsloses Vermögen in Aktien umzuschichten. In Deutschland brummte auch die Konjunktur, das Bruttoinlandsprodukt wuchs um stolze 1,9 %. Angelockt von der Hoffnung auf hohe Gewinnsteigerungen, hätten die Anleger somit in Aktien investieren können.

"Hätten". Tatsächlich ging der DAX mit 10 743 Punkten in das Jahr 2016 und dümpelte fast das gesamte Jahr mehr oder minder deutlich unter dem Jahresanfangswert. Auch am 8. November 2016, als Donald Trump zum Präsidenten der USA gewählt wurde. An diesem Tag kam der DAX auf 10 482 Punkte, 2 1/2 % unter dem Jahresanfang 2016. Rund 5 Monate später, am gestrigen Montag schloß er dann bei 11 996 Punkten. Das ist ein dickes Plus von rund 14 1/2 %. Ich würde es damit erklären, dass die Amerikaner große Hoffnungen auf die Wirtschaftspolitik des Präsidenten, die im Wahlkampf landauf landab verkündet worden war, gesetzt haben.

Aber die Deutungshoheit liegt natürlich bei Ihnen, verehrter Herr Dr. Sommer. Ich werde Sie auch nicht beschimpfen, wenn Sie die Bruteierproduktion in Indien als Erklärung heranziehen.

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