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29.11.2016

11:19 Uhr

US-Börsen

Warum der Optimismus der Investoren fehl am Platz ist

VonGeorgios Kokologiannis

PremiumDie Hoffnung auf eine ähnliche Entwicklung an den US-Börsen wie zu Ronald Reagans Zeiten treibt die Aktien-Kurse in den USA. Doch der Vergleich hinkt gleich vierfach, Anleger blenden bedeutende Unterschiede aus.

Die Luft an den Aktienbörsen in den Vereinigten Staaten wird immer dünner. Reuters

Immer neue Allzeithochs

Die Luft an den Aktienbörsen in den Vereinigten Staaten wird immer dünner.

Frankfurt„Make America great again.“ Den Wahlkampfslogan hat sich Donald Trump als Überraschungssieger bei den US-Präsidentschaftswahlen von seinem republikanischen Vorgänger Ronald Reagan abgeschaut. Wie beim Ex-Schauspieler in den 1980er-Jahren befinden sich die Aktienkurse in den USA auf Rekordkurs. Investoren wetten auf eine künftig ähnlich positive Entwicklung an der Wall Street. Optimisten meinen zudem, Parallelen in der Kombination aus niedrigen Steuern und schuldenfinanzierter Nachfragepolitik zu erkennen. Fachleute warnen aber vor überzogenen Erwartungen.

Ende vergangener Woche markierten neben dem marktbreiten US-Aktienindex S&P 500 auch das Blue-Chip-Barometer Dow Jones, der Nasdaq-Technologieindex sowie die Nebenwertemesslatte Russel 2000 neue Rekordstände. Allerdings: „Wie sich die...

Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

29.11.2016, 16:16 Uhr

Ein blitzgescheiter Artikel. Natürlich weiß der Autor auch, dass man aus dem Wahlkampfgetöse nicht auf die künftige Wirtschaftspolitik der Trump-Administration schließen kann.

Zu bedenken ist aber, dass sich die neue Regierung zu einer Kombination von Maßnahmen entschließen könnte, die der Autor nicht im Blick hat. Ein Beispiel dafür ist, dass sich die "fiskalpolitischen Impulse" auf eine massive Senkung der Unternehmenssteuern konzentrieren könnten während die Investitionen in die Infrastruktur volumenmäßig klein ausfallen und nur Alibi-Funktion haben.

Als Ergebnis hätten wir dann höhere Gewinne nach Steuern. Mag sein, dass sie keinen Beitrag zu höherem Wirtschaftswachstum leisten. Aber die Inflation anheizen werden sie wahrscheinlich auch nicht. Negativ ist natürlich der Effekt, dass sie die ohnehin schon hohe Staatsverschuldung weiter in die Höhe treiben, so dass künftige Staatshaushalte noch höher mit Tilgungen und Zinsen belastet werden. Aber diese negativen Auswirkungen fallen nicht schlagartig an, sondern eher am Ende von Trumps Amtszeit. Und die Börsianer? Man wird wohl annehmen dürfen, dass sie eher kurzfristig denken. Höhere Gewinne nach Steuern, die sofort anfallen, dürften in ihren Augen wesentlich schwerer wiegen als die allmähliche Einengung des staatlichen Handlungsspielraums.

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